Fremdsprachenkenntnisse sind schon lange kein kosmopolitisches Extra mehr, sondern vielmehr ein handfestes berufliches Kriterium. In einigen Branchen sind bestimmte sprachliche Fertigkeiten unabdingbar und entscheiden über die Zukunft der Bewerber. Umso wichtiger ist es, die eigenen Sprachkenntnisse korrekt und in geeigneter Form im Lebenslauf anzugeben. Wir erklären Ihnen, worauf Sie zu achten haben und wie Sie dem Arbeitgeber zeigen, was Sie können!
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Bekannt für hervorragende Fremdsprachenkenntnisse: Lothar Matthäus
Foto: Udo Grimberg. Lizenz: CC BY-SA 3.0


Die Basics

Der Lebenslauf zeigt Ihren beruflichen und individuellen Werdegang, nebst einiger privater Daten. Die Sprachkenntnisse werden dabei gesondert in einer eigenen Kategorie nach der zeitlichen Aufstellung angegeben. Rudimentäre Kenntnisse sind heute nicht mehr beeindruckend und sollten nur angegeben werden, wenn Sie außer Deutsch und Englisch keine weiteren Sprachkenntnisse vorzuweisen haben.

Natürlich macht die Nennung dennoch Sinn, wenn die Sprache vom Arbeitgeber explizit gewünscht wird oder anderweitig für die Bewerbung relevant ist. Ergehen Sie sich nicht in Beschreibungen, wann Sie wo welche Sprache gelernt oder angewendet haben – von Interesse ist allein das Sprachniveau.

Geben Sie folglich weder Lerndauer noch Praxiserfahrung an. Auch wenn es Sie noch so reizt, sollten Sie als Akademiker Sprachreisen und Sprachkurse ohne offizielle, vergleichbare Zertifikate auslassen. Bei toten Sprachen wie Latein oder Altgriechisch sind Zusätze wie „in Wort und Schrift“ unüblich. Diese Sprachen werden in herkömmlichem Sinne weder gesprochen noch geschrieben.

Sie sollten ferner grundsätzlich abwägen, ob die Nennung solch spezieller Sprachfertigkeiten bewerbungsrelevant ist. Andernfalls verzichten Sie darauf. Wenn Sie diese aber aufführen, dann reichen in der Regel „Graecum“, „Latinum“ etc. als Kenntnisstand aus. Etwaige Bezeichnungen für gesprochene Sprachen kommen nicht infrage.

Hüten Sie sich vor jedweder Schwindelei, um Ihre Fähigkeiten zu schönen! Sprachkenntnisse sind schließlich sehr leicht überprüfbar. Bleiben Sie bei der Wahrheit, um Peinlichkeiten im Bewerbungsgespräch oder später im Job zu vermeiden. Reichen Ihre Kenntnisse für Ihre Branche nicht aus, müssen Sie diese schlicht verbessern.

Es gibt verschiedene Formate, das Niveau der Sprachkenntnisse anzugeben. Entscheiden Sie sich für genau eines und verwenden es für alle Ihre genannten Sprachen. Verschiedene Formate machen diese Kategorie sehr unübersichtlich und erschweren die Einschätzung durch den Personaler – und könnten diesen abschrecken.

Die Bewertungsskala – mit 4, 5 oder 6 Stufen?

Es gibt nicht die eine gängige Bewertungsskala – je nach Graduierungen kann eine Skala vier bis sechs Stufen haben. Hier ein Beispiel für eine Skala mit sechs Stufen:

  • Grundkenntnisse
  • gute Kenntnisse
  • sehr gute Kenntnisse
  • Fließend
  • Verhandlungssicher
  • Muttersprache

Werden weniger als 6 Stufen verwendet, ist nicht ganz ersichtlich, welche Bewertungen im Einzelnen aufzunehmen sind. Eine mögliche Variante ist die Folgende:

  • Grundkenntnisse
  • Gute und sehr gute Kenntnisse
  • Muttersprache

Bei einer kleineren Bewertungsskala kann es zu verwirrenden Bedeutungsübertragungen kommen. Bewertungen, die bei einer sechsstufigen Skala einzeln aufgeführt werden, werden bei nur vier oder fünf Stufen gleichwertig behandelt. So können „sehr gute Kenntnisse“ mitunter auch „fließend“ bedeuten – und umgekehrt.

Grundkenntnisse sind vorhanden, wenn Sie einige Floskeln beherrschen, einfache Fragen stellen und deren Antworten verstehen können. Sollten Sie sich in einem fremdsprachigen Land auf sehr einfachem Niveau verständigen können, besitzen Sie Grundkenntnisse.

Sie besitzen gute Kenntnisse, wenn Sie eine Unterhaltung führen können. Fehlende Vokabeln kompensieren Sie durch Umschreibungen. Grammatikalische Fehler kommen bei Ihnen noch regelmäßig vor. Gute Kenntnisse werden manchmal mit „konversationssicher“ assoziiert.

Mit sehr guten Kenntnissen unterlaufen Ihnen fast gar keine grammatikalischen Fehler mehr. Sie unterhalten sich mit einem großen Vokabular und müssen erst bei komplexeren Themen auf Umschreibungen ausweichen.

Übt man eine Fremdsprache fehlerlos in Wort und Schrift aus, dann beherrscht man diese fließend. Gespräche können auch in schwierigen Bereichen ohne Mühe geführt werden.

Besitzt man überdies die nötigen sprachlichen Kenntnisse für den entsprechenden Fachbereich, sind die Sprachkenntnisse verhandlungssicher. Häufig wird hierbei eine gewisse Auslandserfahrung erwartet, die die profunde Kompetenz unterstreicht. Sie sollten in der Lage sein, Gespräche und Verhandlungen frei von Missverständnissen führen zu können. Ein Fremdsprachler kann eine Sprache nicht besser beherrschen.

Als Muttersprache dürfen nur Sprachkenntnisse gelten, die man ursprünglich und mit dem Heranwachsen gelernt hat. Es ist die erste und wichtigste Sprache – kommunikativ und kognitiv. Dementsprechend wird sie schriftlich wie mündlich perfekt beherrscht.

Zertifikate und Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen (GeR)

Die durchaus unsichere Bewertungsskala aus der Praxis lässt sich umgehen, indem Sie Ihre Kenntnisse durch einen Test nachweisen. Das Niveau Ihrer Sprachfähigkeiten wird durch das hieraus resultierende Zertifikat objektiv vergleichbar. Für Englisch sind der TOEFL-Test und das „Cambridge Exam“ gute Beispiele für anerkannte Zertifikate.

Entsprechende Tests lassen sich auch für andere Sprachen finden. Das telc-Zertifikat der deutschen telc GmbH gibt es sogar für elf Sprachen. Die telc-Sprachtests richten sich darüber hinaus nach dem GeR – dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen.

Der GeR hat als Ziel, Sprachkenntnisse europaweit leicht verständlich und vergleichbar darzustellen. Dazu werden sechs Niveaustufen (A1 bis C2) in drei Kompetenzniveaus (A, B und C) zusammengefasst:

  • A (elementare Sprachverwendung): A1 (Einstieg) und A2 (Grundlagen)
  • B (selbstständige Sprachverwendung): B1 (Mittelstufe) und B2 (gute Mittelstufe)
  • C (kompetente Sprachverwendung): C1 (fortgeschrittene Kenntnisse) und C2 (exzellente Kenntnisse)

Die wichtigsten Sprachzertifikate lassen sich den sechs Niveaustufen des GeR zuordnen. Damit ist der GeR das erste Bewertungssystem, das die einheitliche und transparente Einordnung von Sprachkenntnissen erlaubt.

Die Genauigkeit der Angaben

Auch wenn Sie ein angesehenes Zertifikat in Händen halten sollten, können Sie Ihre Kenntnisse durch eigene Angaben präzisieren. Erläutern Sie Ihre Fähigkeiten, indem Sie jede Sprache nach Sprechen, Lesen und Schreiben einzeln bewerten. Natürlich können Sie Ihre Sprachfertigkeiten in eigenen Worten beschreiben – eine objektive Vergleichbarkeit wird jedoch dadurch erschwert.

Trotz aller vormals ausgewiesenen Exzellenz können Sprachkenntnisse an Niveau verlieren – offizielle Bewertungen büßen somit ihre Aktualität ein. Um Ihre alternden Zertifikate richtig einordnen zu können, können Sie diese ohne erneute Prüfung einschätzen lassen. Eine bequeme Methode sind beispielsweise leicht verfügbare Online-Tests.

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