Ja, ein Lebenslauf soll detailliert sein. Nein, das Wort "Lebenslauf" ist nicht wörtlich zu verstehen. Es ist nicht nötig, jedes Detail - und damit jeden "Schritt" in Ihrem Leben zu beschreiben. Ein tabellarischer Lebenslauf ist - neben Anschreiben und Zeugnissen - ein fester Bestandteil Ihrer Bewerbungsunterlagen. Eine Gliederung in fünf Bereiche ist dabei üblich. Was dabei Pflicht, Kür oder einfach nur sinnvoll in der Praxis ist, erfahren Sie hier.
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Persönliche Daten

Vor- und Nachname sowie Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse zählen in jedem Fall zu den persönlichen Daten, die Sie in Ihrem tabellarischen Lebenslauf angeben müssen. Darüber hinaus listen Sie an dieser Stelle ebenfalls Ihr Geburtsdatum, Ihren Geburtsort und Ihren Familienstand sowie die Anzahl Ihrer Kinder auf. Nationalität und Religionszugehörigkeit sind kein obligatorisches Element und müssen nur angegeben werden, wenn dies in der Stellenbeschreibung explizit gefordert wird. Ihr Bewerbungsfoto können Sie hier oder auf dem Titelblatt Ihrer Bewerbung platzieren.

Praxistipp: In Zeiten sozialer Netzwerke ist es legitim, an dieser Stelle Profil-Links zu sozialen Netzwerken anzugeben. Entscheiden Sie selbst, wie Sie mit Ihrem Online-Profil umgehen und ob es „präsentierbar“ ist. Bewerben Sie sich beispielsweise als Social-Media-Manager, wird Ihr potenzieller Arbeitgeber ohnehin einen Blick auf Ihre Online-Aktivitäten werfen. Mit der Angabe Ihres Profils im Lebenslauf vermitteln Sie, dass Sie auch online nichts zu verbergen haben.

Schule und Ausbildung

In welchem Zeitraum haben Sie welche Schule besucht? Welchen Abschluss haben Sie dabei erworben? Haben Sie Wehr- oder Zivildienst oder ein soziales Jahr absolviert? Von wann bis wann haben Sie Ihre Ausbildung gemacht? Welche Universität haben Sie besucht? Mit welchem Fächerschwerpunkt und mit welchem Abschluss? Diese Fragen sind in der Rubrik Schule und Ausbildung zu beantworten. Dabei sollten Sie auf eine einheitliche Abfolge der gelisteten Informationen achten. Bezeichnungen von Einrichtungen wie Schule und Universität müssen mit vollständigem Namen und Ort gelistet werden. Auch der Ausbildungsbetrieb muss mit der offiziellen Firmierung eingetragen sein. Generell empfehlenswert ist die folgende Reihenfolge: Ausbildungszeitraum, Name der Ausbildungsstätte, Ort, Ausbildungsabschluss.

Praxistipp: Geben Sie bei allen Daten im Lebenslauf immer Monat und Jahr an. Dies zeigt dem Personalreferenten, ob es etwaige Lücken im Lebenslauf gibt. Sind diese auf einen geringen Zeitraum begrenzt, werden sie meist vernachlässigt. Größere Lücken werden sicherlich zum Thema im Vorstellungsgespräch. Bereiten Sie sich daher auf Nachfragen vor und antworten Sie ehrlich.

Berufliche Praxis

Achten Sie darauf, auch im Absatz zur beruflichen Praxis dieselbe Reihenfolge einzuhalten, die Sie bereits bei Schule und Ausbildung begonnen haben. Der Zeitraum der beruflichen Tätigkeit, der Name des Arbeitgebers, der Unternehmenssitz, die Position und der Aufgabenbereich passen in Bezug auf die Reihenfolge an dieser Stelle gut zum vorangegangenen Absatz.

Praxistipp: Auch Praktika und Werkstudententätigkeiten, ja sogar Nebenjobs, können hier angegeben werden. Helfen Sie dem Personalreferenten und beschreiben Sie kurz die Aufgaben, die Sie in Ihrem Praktikum übernommen haben. Das hilft zu verstehen, dass Sie weit mehr lernen konnten, als Besprechungsräume vorzubereiten und Kaffee zu kochen.

Kenntnisse und Fähigkeiten

Dieser Absatz bietet Platz für Kurse, Lehrgänge, Sprach- und EDV-Kenntnisse. Eine Reihenfolge, die zu den anderen Absätzen im Lebenslauf passt, ist enorm wichtig. Der Zeitraum, der Name des Instituts und Ortes sowie das Zertifikat oder eine Einschätzung Ihrer Fähigkeiten in dem Bereich ist an dieser Stelle zu erwähnen.

Praxistipp: Dieser Absatz ist Ihr Raum, um Kenntnisse und Fähigkeiten darzustellen, die Sie neben Ihrer schulischen und beruflichen Qualifikation mitbringen, und die Sie damit von anderen Bewerbern unterscheidet, die dieselbe Berufsausbildung absolviert haben wie Sie. Versuchen Sie sich an dieser Stelle nicht zu wiederholen, nutzen Sie diesen Part dazu, um ein individuelles Profil zu geben.

Ehrenamtliches Engagement

Für Vereinsmitgliedschaften und Hobbys ist an dieser Stelle Platz. Hier kann natürlich die strikte Form der Darstellung etwas aufgeweicht werden, weil insbesondere das Datum an dieser Stelle oft wenig Sinn macht. Schließlich kann man nur sehr schwer ausmachen, wann man die Liebe zur Literatur für sich entdeckt hat.

Praxistipp: Hier und an allen anderen Stellen sollten Sie 100%ig ehrlich sein. Sie machen nicht bei der Reality-Show „Pimp my Lebenslauf“ mit, sondern stellen Ihre Daten zusammen – und die müssen stimmen. Ein Personalreferent kann ebenso bei der Darstellung des „privaten“ Bereichs unter Engagement, Hobbys etc. herausfinden, ob Sie ehrlich waren. Ein kleiner Nebensatz zu einem berühmten Autor reicht, um zu prüfen, ob Ihre Liebe zur Literatur nur da steht, um gut zu klingen oder ob diese wirklich belegbar ist.

Beim tabellarischen Lebenslauf zählt die Ordnung

Achten Sie darauf, dass das Seitenlayout Ihrer Bewerbung zu den übrigen Seiten bzw. insbesondere zum Deckblatt passt. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, Tabulatoren zu benutzen, um einheitliche Abstände zu erzeugen. Hervorhebungen mit gefetteten Buchstaben und strukturierenden Aufzählungszeichen sind in Maßen nutzbar. Das ruhige Gesamtbild des Lebenslaufes darf darunter allerdings nicht leiden. Datum, Ort und Unterschrift unter dem Lebenslauf sind außerdem zwingend nötig. Dagegen scheiden sich bei der Reihenfolge der Daten die Geister: Dass die Chronologie gewahrt werden muss, ist klar, allerdings können Sie selbst entscheiden, ob die Daten aufsteigend oder abfallend strukturiert sind. Geben Sie jedoch immer acht darauf, dass die Auflistung an sich stimmig und einheitlich ist.

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