Berufseinsteiger sind bei den Überlegungen zu einer angemessenen Forderung meist mit mehreren Problemen konfrontiert. Er kommt quasi frisch auf dem Arbeitsmarkt und muss nun bestimmen, was seine Leistung wert ist und das noch überzeugend argumentieren. Wir unterstützen Ihre Vorbereitung auf das Verhandlungsgespräch mit konkreten Tipps

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Der Kampf um ein adäquates Einstiegsgehalt ist in Ansätzen mit dem Ersteigern von Ware zu vergleichen. Während der Verkäufer (im übertragenen Sinne der Bewerber) einen möglichst hohen Verkaufspreis erhalten will, möchte der Käufer (das Unternehmen) möglichst wenig zahlen. Folgende Punkte beeinflussen das Einstiegsgehalt:

  • Branche – Spitzenreiter mit vergleichsweise sehr hohen Gehältern ist hier die Pharmaindustrie, dicht gefolgt von Banken sowie Unternehmen im Bereich Fahrzeugbau und -zulieferung.
  • Position – Mitarbeiter in Leitungspositionen verdienen mehr als in Funktionsbereichen ohne Budget- und Personalverantwortung.
  • Finanzielle Situation des Unternehmens – Wird wenig Ertrag erwirtschaftet, kann wenig ausgegeben werden. Sind die Gewinne dauerhaft hoch, so schlägt sich das auch in den Einstiegsgehältern nieder.
  • Größe der Firma – Meist gilt in diesem Zusammenhang folgende Faustregel: Je größer das Unternehmen ist, desto höhere Einstiegsgehälter werden gezahlt. Allerdings sind die Gehaltsstufen in solchen Unternehmen meist sehr starr über Position und Betriebszugehörigkeit geregelt. Viel Verhandlungsspielraum bleibt an dieser Stelle nicht.
  • Region – War noch vor einigen Jahren das Ost-West-Gefälle eklatant, so nähern sich auch hier die Einstiegsgehälter immer weiter an. Die höchsten Einstiegsgehälter werden in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und dem Ruhrgebiet gezahlt.
  • Vergütungsmodelle – Das Gehalt ist heutzutage nicht mehr nur am Monatsgehalt festzumachen, sondern wird oft durch Sozialleistungen und Prämien aufgestockt. Daher ist es legitim und sinnvoll, sich über alle Faktoren zu informieren, aus denen sich das Einstiegsgehalt zusammensetzt.
  • Qualifikation des Bewerbers – Hier müssen sowohl Hard Skills als auch Soft Skills berücksichtigt werden. Neben der Ausbildung (Studium, Berufsausbildung, Weiterbildung) fällt der Blick ebenso auf Sprach- und IT-Kenntnisse. Eine zur angestrebten Stelle passende Abschlussarbeit ist ein großer Vorteil, der neben der Berufserfahrung entscheidend sein kann. Im Bereich der Soft Skills zählt neben Teamfähigkeit die Kommunikationsstärke, das Engagement sowie der Auftritt eines Bewerbers.

Unter Berücksichtigung der genannten Einflussfaktoren muss der Bewerber eine erste Einschätzung seines Wunschgehalts treffen können. Diese gilt es angemessen zu argumentieren. Folgende Tipps sind in diesem Zusammenhang erfolgversprechend:

Tipp 1: Bringen Sie den Verhandlungsspielraum in Erfahrung!

Um sich ein Bild über den Verhandlungsspielraum zu machen, sollten für alle beeinflussenden Faktoren die Details bekannt sein. Ein Beispiel: Steht ein Bewerbungsgespräch in einem großen Konzern an, empfiehlt es sich die Gehaltsstrukturen zu recherchieren, um einen entsprechenden Wunsch zum Einstellungsgehalt formulieren zu können.

Tipp 2: Erstellen Sie einen Gesprächsleitfaden!

Dieser hilft, sich auf etwaige Fragen bei der Verhandlung des Einstiegsgehalts vorzubereiten und damit selbstsicher reagieren zu können. Wichtig ist, dass ein entspannter Dialog entsteht, der über das Frage-Antwort-Spiel hinausgeht. Die Beantwortung in einer kurzen, schlüssigen Argumentationskette ist an dieser Stelle ratsam.

Tipp 3: Recherchieren Sie gründlich!

Unter der Berücksichtigung der eingangs genannten Einflussfaktoren sei dem Bewerber eine umfassende Recherche angeraten. Aber Achtung! Meinungsbildende Foren, bei denen Subjektivität vor datenbasierter Objektivität steht, eignen sich hierzu keinesfalls. Die Seriosität der Quelle muss unbedingt im Vorfeld auf den Prüfstand.

Tipp 4: Achten Sie auf Maß und Ausdruck!

Das Einstiegsgehalt darf weder zu hoch noch zu niedrig angesetzt werden. Die Aussage, dass sich ein Bewerber über eine „leistungsgerechte Entlohnung“ freut, heißt für den Personalreferenten, er habe ein leichtes Spiel. Nervöse Ausflüchte auf die Frage nach der Gehaltsvorstellung sind übrigens auch tabu. Bewerber sollten sich darüber bewusst sein, was sie an Gehalt wünschen, diese Vorstellungen klar formulieren und argumentieren können. Verhandlungsbereitschaft in Maßen zu signalisieren zeugt von Kompromissbereitschaft und ist kein K.-o.-Kriterium.

Tipp 5: Setzen Sie den richtigen Fokus!

Weitblick ist wichtig. Bewerber sollten sich nicht starr auf eine Zahl fokussieren, sonst verpassen sie vielleicht das Angebot des Unternehmens, kostenlos Fitness- und Gesundheitskurse im angrenzenden Studio zu belegen, mittags gratis einen Bio-Snack zu genießen oder sich die Arbeitszeit dank Arbeitszeitkonto flexibel einteilen zu können. Urlaubstage und der Spaßfaktor sind darüber hinaus Faktoren, die – neben dem Gehalt – zählen.

Achtung vor dem Azubi-Status!

Viele ehemalige Lehrlinge, die in der Ausbildungsfirma bleiben, berichten davon, dass sie sich nie wirklich aus dem Azubi-Status herausmanövrieren konnten. Stets blieben sie die „Kleinen“, denen man nichts zutraut.

Achtung! In kleineren Firmen kann dies ebenso passieren, wenn ein Bewerber sich unter Wert verkauft hat. Die Tatsache gilt natürlich nicht für den Vergleich untereinander, denn ein Gespräch über das Gehalt ist unter Mitarbeitern in jedem Fall nicht statthaft. Aber seitens der Abteilungs- oder Geschäftsleitung wird auf jeden Fall registriert, dass dies ein günstig eingekaufter Mitarbeiter ist. Dieser Fakt wiederum ist ein schlechter Ausgangspunkt für künftige Verhandlungen.

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