Ein Blick in die Praxis verrät: Bewerbungen, die bereits im Anschreiben formale Fehler aufweisen, landen sofort auf dem „Absage-Stapel“. Die Qualität des Anschreibens entscheidet darüber, ob ein Personalreferent sich Ihre weiteren Unterlagen ansieht oder nicht. Wir erläutern Ihnen, was Sie beim Anschreiben beachten müssen.
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Bild: “Das Supertalent 2009” von Admiralspalast Berlin“. Lizenz: CC BY-ND 2.0


1. Achten Sie auf einen klaren, dreigliedrigen Aufbau

Klar und alt bewährt ist der klassische dreigeteilte Aufbau in Einleitung, Hauptteil und Schluss. Vermeiden Sie in der Einleitung abgedroschene Phrasen wie: „Hiermit bewerbe ich mich als…“. Zeigen Sie mit einer ansprechenden Eingangsformulierung Ihre Einmaligkeit auf. Falls Sie bereits ein Gespräch mit einem Vertreter des Unternehmens geführt haben, beziehen Sie sich in den ersten zwei bis drei Sätzen auf diese Unterhaltung. Beschreiben Sie Ihre Motivation – warum Sie eine Stelle genau in dieser Firma anstreben.

Im Hauptteil sollten Sie dann darstellen, weshalb genau Sie der perfekte neue Mitarbeiter sind. Erläutern Sie kurz, inwiefern Sie bereits vergleichbare Aufgaben gemeistert haben. Führen Sie Meilensteine aus Ihrem Lebenslauf an, die zur ausgeschriebenen Stelle passen. Machen Sie ebenso deutlich, dass Sie sich mit den im Anforderungsprofil gestellten Aufgaben weiterentwickeln möchten. So wollen Sie beisielsweise etwaige mangelnde Fähigkeiten abbauen.

Schließen Sie Ihr Anschreiben mit einem persönlichen Satz ab. Formulieren Sie darin beispielsweise Ihre Vorfreude auf eine Kontaktaufnahme seitens des Unternehmens. Vergessen Sie nicht die Schlussformel: „Mit freundlichen Grüßen“. Darunter kommt Ihre handschriftliche Unterschrift. Praxistipp: Ihre Unterschrift wirkt bestimmter und weniger zittrig, wenn Sie einen Filzstift anstelle eines Kugelschreibers verwenden.

2. Achten Sie auf das Layout bei Absender, Adressat, Datum, Ort, Betreff und Anrede

Ihre Absenderadresse setzen Sie als Block oben links. Name, Adresse (Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Wohnort), Handynummer sowie Ihre E-Mail-Adresse werden an dieser Position angegeben. Entsprechend der Grundlagen und Vorschriften aus der DIN 5008, steht rechtsbündig in der Namenszeile Datum und Ort. Praxistipp: Achten Sie darauf, das voraussichtliche Versanddatum einzutragen.

Vier Zeilen darunter folgt laut DIN 5008 die Empfängeradresse (ebenfalls im Block).
Wichtig: Nach dem Namen des Unternehmens, inklusive Bezeichnung der Rechtsform, fahren Sie in der nächsten Zeile mit dem Namen Ihres Ansprechpartners oder der Bezeichnung der Abteilung fort, an die Sie Ihre Bewerbung richten. Praxistipp: Ein Anruf im Vorfeld hilft Ihnen herauszufinden, an wen genau Sie die Bewerbung zu richten haben.

Nach der Adresse lassen Sie erneut vier Zeilen frei. Schreiben Sie dann den Betreff, wie z.B. „Bewerbung als …“, inklusive Referenznummer, falls dies die Stellenausschreibung fordert. Hier ist ebenfalls Platz für einen direkten persönlichen Bezug, wie: „Unser Telefonat vom …“. Nach weiteren zwei Leerzeilen kommt die Anrede. Idealerweise richten Sie das Schreiben an eine Person, die Sie namentlich ansprechen können. Vergessen Sie dabei nicht den Titel oder akademischen Grad.

Wie gestalten Sie noch ein ansprechendes Layout? Empfehlenswert ist eine serifenlose Schrift in der Größe 10 oder 12. Ein Zeilenabstand von 1,5 erleichtert die Lesbarkeit. Halten Sie die angegebenen Leerzeilen unbedingt ein. Ihre Abstände zu den Seitenrändern sollten Sie möglichst so einrichten: oben, unten und rechts je 20 mm; links 25 mm.

3. Legen Sie größten Wert auf Inhalt, der Neugier weckt

In Anbetracht der Fülle an Bewerbungen hat jeder Personalreferent für sich bereits ein Muster oder Schema entwickelt. Damit selektiert er schon beim ersten Scannen des Bewerbungsschreibens die grundsätzliche Eignung bzw. weitere Berücksichtigung eines Bewerbers. Durchschnittliche Bewerbungen, die nichts aussagen, fallen durch. Dabei werden auch häufig Kandidaten aussortiert, die bei einer eventuellen näheren Betrachtung ihres Bewerbungsschreibens wirklich gut qualifiziert gewesen wären.

Ergo: Sehen Sie das Bewerbungsschreiben als Lust machenden Teaser, der in Bezug steht zu Ihren weiteren Unterlagen. Machen Sie den Personalreferenten neugierig und deuten Sie geschickt an, was in Ihnen steckt. Plaudern Sie allerdings nicht alles aus, denn zum einen sagen auch Ihre restlichen Dokumente einiges über Sie aus und zum anderen empfiehlt es sich, interessante Aspekte für das Bewerbungsgespräch aufzuheben.

Praxistipp: Sie schreiben von Ihrer Motivation, sich kontinuierlich weiterzubilden. Verweisen Sie auf entsprechende Zeugnisse in Ihrer Bewerbungsmappe. Blättert ein Personalreferent erst einmal in Ihren Urkunden, Zertifikaten und Abschlüssen, wird er Ihre Mappe auch dem Mitarbeiter suchenden Abteilungsleiter vorlegen.

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Ein Gedanke zu „Außen hui, innen hui – so bringt Sie Ihr Bewerbungsanschreiben in die nächste Runde

  • weaki

    Eine Musterbeispiel wäre sehr nett und würde die wertvollen Ratschläge wunderbar veranschaulichen.