Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch geht eines leider unweigerlich einher: die Panik vor den Fragen. Wie die meisten Herausforderungen im Leben lässt sich auch diese mit einer guten Vorbereitung meistern. Welche Fragen Sie im Vorstellungsgespräch erwarten, erfahren Sie hier.
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Bild: “Ähm...Mhmm...” von Cydonna. Quelle: Photocase

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Fragen zu Ihrem Praxiswissen oder Ihren Problemlösungs-Fähigkeiten sind sehr jobspezifisch und kaum verallgemeinerbar. Ebenso die „Was wissen Sie über unsere Firma“-Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Hier gilt: Recherchieren Sie im Internet über Ihren potenziellen Arbeitgeber. Daneben gibt es zusätzlich ein überschaubares Set an Fragen, was über alle Berufsgruppen hinweg ähnlich ist.

1. Die Frage nach dem Lebenslauf

Die einleitende Aufforderung „Stellen Sie sich doch bitte kurz vor“ bedeutet nicht, dass Ihr Gegenüber Ihre Bewerbungsunterlagen nicht sorgfältig genug studiert hat. Im Gegenteil ‑ diesem beliebten Einstieg liegt bereits ein kleiner Test zugrunde. Wirklich dahinter steckt die Frage: „Können Sie aus Ihrem Lebenslauf die Meilensteine herausfiltern, die Sie zu dem Mitarbeiter machen, auf den das Unternehmen gewartet hat?“. Das heißt für Ihre Vorbereitung: Markieren Sie in Ihrem Lebenslauf die wichtigsten beruflichen Eckdaten. Welche Erfahrungen möchten Sie nun wiederum bei Ihrem neuen Arbeitgeber einsetzen. Hier gilt ‑ wie im ganzen Gespräch ‑ arbeiten Sie mit Beispielen und stellen Sie Bezüge her.

2. Die Frage nach der Motivation

Warum haben Sie sich bei unserem Unternehmen beworben? Achtung: „Weil die Stelle in der von mir abonnierten Tageszeitung stand“ dürfen Sie hier nicht antworten. Denn das Unternehmen will nicht eines von vielen sein, sondern bewusst ausgewählt werden. Die Frage nach der Motivation beantworten Sie hinsichtlich zweier Aspekte: Zunächst skizzieren Sie, warum Sie gerne in diesem Unternehmen arbeiten wollen und gehen dann kurz darauf ein, warum Sie sich beruflich neu orientieren möchten.

3. Die Frage nach der Vision

Legen Sie bei der Vorbereitung auf Ihr Vorstellungsgespräch doch noch einmal die Stellenausschreibung auf den Tisch und studieren Sie diese sorgfältig. Was ist gewünscht? Ein Mitarbeiter, der sich fortbilden möchte. Dann äußern Sie im Vorstellungsgespräch Ihr Interesse an einer weiterbildenden Maßnahme im Bereich XY. Benennen Sie dabei den Inhalt der gewünschten Entwicklungsrichtung. Wichtig ist darüber hinaus, auf die Frage „Wo sehen Sie sich in drei Jahren?“, profund zu antworten ‑ immer im Bezug zum Unternehmen. Haben Sie Ihre beruflichen Ziele kurz dargelegt, können Sie ‑ je nachdem wie das Gespräch bisher verlief ‑ durchaus einen privaten Nebensatz fallen lassen.

4. Die Frage nach den Stärken und Schwächen

Wissen Sie, was die am meisten genannte Schwäche ist? Perfektionismus! Werfen Sie dieses Wort Ihrem Gegenüber einfach nur hin, ist es allerdings nur eine Worthülse. Sie sagt nichts Weiteres aus, als dass Sie im Internet oder in einem Bewerbungsbuch nachgeschaut haben. Doch wie zeigt sich Ihr Perfektionismus in der Praxis? Lesen Sie alles fünfmal Korrektur, um sicherzugehen, keine Rechtschreibfehler mehr in Ihrem Brief zu finden? Oder tüfteln Sie bis spät in die Nacht an Ihrer Modelleisenbahn ‑ nur um nächsten Morgen per Knopfdruck Ihr Miniatur-Wunderwerk bestaunen zu können? Wichtig ist somit eine genaue Erklärung.

Ein anderer Weg ist es, Schwächen als Motivatoren zu verstehen. Also: Sie merkten bei der Vorbereitung auf den Einstellungstest, dass Ihr Business-Englisch ziemlich verstaubt ist, und machten daraufhin einen Online-Schnellkurs zur Auffrischung. Grandioser Schachzug, denn Sie sagen damit: Ich weiß, Englischkenntnisse sind wichtig, ich erkannte meine eigenen Schwächen und habe dafür zeitnah eine Lösung gefunden.

Und wie ist es mit den Stärken? Gewähren Sie Ihrem potenziellen, künftigen Arbeitgeber einen Einblick in Ihr Leben: Was schätzen gute Freunde an Ihnen, worin glänzen Sie im Verein? Das sind Ihre Stärken. Dazu gehört erst recht, was Sie in Ihrem Beruf bereits erreichten.

5. Die Gehaltsfrage

„Was möchten Sie denn verdienen?“ – die wahrscheinlich mit Abstand gefürchtetste Frage, die es im Vorstellungsgespräch gibt. Oft als K.-O.-Kriterium bekannt, ist hierauf obendrein keine „sichere“ Antwortvorgabe möglich. Sie resultiert aus Ihrem Gespräch.

Sagen Sie nie „Ich brauche mindestens“, denn welche finanziellen Verpflichtungen Sie haben, interessiert Ihr Gegenüber nicht und zudem impliziert es Not. Erklären Sie, dass Sie den Betrag X entsprechend Ihrer fachlichen Qualifikation angemessen finden. Außerdem haben Sie das als marktübliches Gehalt recherchiert. Je nach Ihrer Persönlichkeit pokern Sie entweder höher und signalisieren dann Verhandlungswillen oder Sie fordern ein marktübliches Gehalt und betonen dies auch.

Wichtig dabei: Nennen Sie bei der Gehaltsvorstellung stets einen konkreten Betrag und keine Spanne. Tun Sie Letzteres, wir man Ihnen oft den unteren Rand der Spanne anbieten und Sie haben keine echten Argumente, weil sich der Betrag ja innerhalb Ihrer Wunschvorstellungen befindet. Haben sie also als Jahresgehalt zum Beispiel 36.000 – 40.000 Euro im Kopf, geben Sie lieber gleich 38.000 Euro an.

Am Ende des Vorstellungsgesprächs muss nicht zwingend eine Frage-Antwort-Situation stehen. Oftmals bespricht man die weitere Vorgehensweise oder der potentielle Arbeitgeber fragt, ob es noch offene Fragen Ihrerseits gibt. Tipp: In der Regel bietet es sich an, eine Frage hierfür aufzuheben. Kontextfragen oder Nachhaken signalisiert an dieser Stelle Interesse an dem Unternehmen oder der Branche.

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