Wenn Sie sich in der Arbeitswelt umsehen, werden Sie schnell feststellen, dass das Personal in gehobenen Positionen nicht zwangsläufig immer kompetenter ist als Sie selbst. Darüber können Sie sich nun ärgern, oder Sie nehmen die Dinge selbst in die Hand und sorgen dafür, dass Sie in Zukunft die Stelle bekleiden die Ihren Kompetenzen entspricht. Die magische Formel lautet: Analyse, Optimierung, Aktivierung. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit Hilfe dieser drei Säulen ein professionelleres Ich schaffen und sich selbst besser vermarkten.
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Selbstmarketing

Bild: “Steve Jobs and Bill Gates” von Joi Ito. Lizenz: CC BY 2.0


Schritt 1: Analyse

Am Anfang steht immer die Entscheidung für den Prozess: Ich kann, ich will, ich werde mich ab jetzt besser selbst vermarkten. Dazu müssen Sie sich selbst auf den Prüfstand bringen.

Was macht mich aus, wer bin ich?

Seien Sie schonungslos ehrlich zu sich selbst und beantworten Sie für sich die folgenden Fragen:

  • Was kann ich gut?
  • Wo liegen meine Schwächen?
  • Was tue ich gerne?
  • Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten habe ich mir erworben, die ich bisher noch gar nicht als Ressource erkannt habe?
  • Wie trete ich auf?
  • Wie begegne ich anderen Menschen?

Denken Sie daran, niemand hat nur Stärken. Jeder kann aber auch ein paar Dinge besser als die Anderen. Nehmen Sie wahr, womit Sie tagtäglich umgehen. Vielleicht fallen Ihnen zu Beginn gar nicht so viele Aspekte ein – lassen Sie sich helfen von Kollegen, der Familie, Ihren Freunden. Was schätzen diese an Ihnen besonders? Wo liegen Ihre Talente deren Ansicht nach?

Sollten die Einschätzungen Ihrer Helfer grob von Ihrer eigenen Einschätzung abweichen, überprüfen Sie sich kritisch. Fragen Sie sich, wodurch diese stark unterschiedlichen Wahrnehmungen Ihrer Person zustande kommen könnten. In aller Regel wird Ihnen das Gespräch mit Menschen, die Sie gut kennen aber helfen, sowohl Ihre Schwachpunkte als auch die Stärken klarer zu definieren.

Lassen Sie sich Zeit, sammeln Sie Notizen, machen Sie sich Gedanken. Wenn Sie eine Woche lang konsequent auf die Erstellung Ihres Profils fokussiert waren, schreiben Sie Ihr Ergebnis auf. Notieren Sie sich ruhig auch, womit Sie Ihren Arbeitstag zubringen. Sie werden überrascht sein, auf welche Fähigkeiten Sie stoßen.

Aber nicht nur das was Sie tun und sagen bestimmt darüber, wie Entscheidungsträger Sie wahrnehmen. Eine Studie von Sozialforscher Albert Mehrabian kam zu dem Ergebnis, dass sich der Gesamteindruck bei einer Präsentation nur mit mickrigen sieben Prozent aus den dargestellten Inhalten generiert – allein die Sprechweise macht schon 38 Prozent aus, unglaubliche 55 Prozent resultieren jedoch aus Mimik, Gestik, Körperhaltung – kurz, dem äußeren Eindruck, den der Präsentator vermittelt. Filmen Sie sich! Werten Sie das Material aus – wo können Sie nachbessern?

Finden Sie heraus, was Sie wirklich wollen

„Wenn man das Ziel nicht kennt ist kein Weg der Richtige“, so ein Spruch aus dem Koran. Um anzukommen müssen Sie wissen, wohin Sie wollen! Nun machen Sie sich daran, den Kompass auszurichten: Definieren Sie Ihre Ziele. Legen Sie konkret fest, wann Sie was erreicht haben wollen.

Setzen Sie sich realistische Ziele, aber stapeln Sie nicht tief. Es kann hilfreich sein, sich zunächst verschiedene Optionen vor Augen zu führen. Fühlen Sie sich in das jeweilige Szenario hinein. Wie sähe ein Tag wohl aus, wenn Sie in fünf Jahren stellvertretender Abteilungsleiter wären? Wie würde eine Woche verlaufen, wenn Sie in drei Jahren als Ausbilderin den Fachkräftenachwuchs unter Ihre Fittiche nehmen würden? Finden Sie heraus, was sich am besten für Sie anfühlt.

Denken Sie an das große Ganze: Wie passen Ihre beruflichen Pläne zu dem, was Sie persönlich vorhaben? Welche Veränderungen ergeben sich voraussichtlich an Ihrem aktuellen Arbeitsplatz – geht jemand in den Ruhestand oder plant Ihre direkte Vorgesetzte ein Sabbatical? Möchten Sie in der Firma bleiben oder sehen Sie sich in einem andere Unternehmen? Planen Sie Ihre Schritte, legen Sie einen Zeitrahmen fest. Visualisieren Sie Ihr Ziel!

Schritt 2: Optimierung

Glückwunsch – Sie haben den ersten Schritt gemeistert. Nun geht es um die Optimierung. Greifen Sie dazu auf das Ergebnis Ihres persönlichen Checks zurück. Um da anzukommen wo Sie sich in Zukunft sehen: Was muss sich verändern? Vielleicht fehlen Ihnen wichtige Kompetenzen. Erwerben Sie sie! Befassen Sie sich mit Ihren Schwächen und legen Sie fest, woran Sie arbeiten müssen oder wollen.

Es empfiehlt sich, den Schwachpunkten Aufmerksamkeit zu schenken – oft ist es aber gewinnbringender, die positiven Aspekte des eigenen Profils zu stärken. Präsentieren Sie sie in Zukunft selbstbewusst. Das gilt insbesondere für Frauen, die dazu neigen sich an dieser Stelle eher zurückzuhalten als die männlichen Kollegen. Das Motto lautet: „Tue Gutes und rede darüber“ (Walter Fisch). Machen Sie deutlich welchen Anteil Sie am guten Endergebnis des letzten Projekts haben, welche Ideen und Entscheidungen Ihrerseits einen günstigen Einfluss auf den Betrieb hatten, wo Sie sich über Ihre Pflichten hinaus engagiert haben.

Greifen Sie auf Ihre Videoauswertung zurück. Sie müssen an Ihrer Körperhaltung arbeiten? Da kann es schon hilfreich sein, sich im Tagesverlauf immer wieder zu überprüfen. Nehmen Sie sich und Ihren Körper wahr. Tai Chi oder ein andere Sport der auf einer guten Grundhaltung und Balance basiert, kann Sie ebenfalls weiterbringen. Schaffen Sie sich individuelle Lösungen. Kennen Sie die typische, dreieckige Handhaltung der Bundeskanzlerin? Sie bekannte einmal im Interview, dass das Ihre Lösung für das Problem „Wohin mit den Händen?“ gewesen sei.

Checken Sie Ihre Garderobe, Ihr Make-up, Ihre Frisur. Wissen Sie noch, wie Angela Merkel in Erscheinung getreten ist, bevor Sie Kanzlerin wurde? Sie ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie stark das Äußere den Gesamteindruck einer Person prägen kann. Lassen Sie sich beraten – oder adaptieren Sie Elemente von Ihren Vorgesetzten.

Achten Sie auch darauf, wie Ihr Schreibtisch beziehungsweise Ihr Arbeitsbereich wirkt. Herrschen hier Ordnung und Struktur, wird man Ihnen diese Qualitäten auch ansonsten zuschreiben.

Schritt 3: Aktivierung

Sie sind bereit – fangen Sie an! Aktivieren Sie sich und dann Ihr Netzwerk. Frühere Kommilitonen, Freunde, Familie, die Geschäftsbeziehungen und Kontakte die Sie im Laufe Ihrer beruflichen Tätigkeit geknüpft haben, all diese Anknüpfungspunkte kommen in Frage. Vernetzen Sie sich durch persönlichen Kontakt, aber auch online über Netzwerke wie XING oder Facebook und Twitter.

Vergessen Sie nicht, dass Sie über Ihre Freizeitaktivitäten und andere Profis in Ihrem Berufsfeld Verbindungen schaffen können, die vielleicht irgendwann einmal nützlich für Sie sein werden. Wenn Sie sich prosozial verhalten und Ihre Netzwerkpartner unterstützen, können Sie eher damit rechnen ebenfalls wohlwollenden Support zu erfahren.

Wenn Sie sich in einem anderen Unternehmen oder gar einem ganz anderen Berufsfeld weiterentwickeln möchten, ist das auch der Zeitpunkt, an dem Sie Ihre Bewerbungsunterlagen erstellen und verschicken. Erstellen Sie sie neu – Sie haben schließlich viel in Ihr neues, professionelles Ich investiert!



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