Denken Sie einmal zurück an Ihre letzte Bewerbung. Dort haben Sie sicherlich ein Argument nach dem nächsten für Ihre Einstellung aus dem Hut gezaubert – wer Sie sind, was Sie können, wo Sie hinwollen. Und jetzt, nach einiger Zeit im Job, wie sieht es da aus? Können Sie Ihr Profil noch immer so messerscharf umreißen? Und weiß Ihr Chef davon? Wir verraten Ihnen, was Sie über gute Arbeit hinaus noch leisten sollten, um sich im Büro zu positionieren.
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Bild: “Ghiaioni per la scala Pipan” von chripell. Lizenz: CC BY-SA 2.0


Vor allem Frauen haben oft ein Problem damit, ihre herausragenden Qualifikationen und Leistungen gegenüber Vorgesetzten zu verdeutlichen und werden bei der nächsten Beförderungsrunde übersehen. Es scheint ein schmaler Grat zwischen Selbstbehauptung und Prahlerei zu sein, vor dem sich viele Menschen fürchten.

Dabei müssen Sie nicht wie Marshall aus der US-Sitcom „How I Met Your Mother“ eine Fantasy-Baseball-League in der Kanzlei auf die Beine stellen, um mit „Ihrem Ding“ aus der Masse hervorzustechen und sich unverzichtbar zu machen. Es gibt andere, professionellere Wege des Selbstmarketings.

Step 1: Lernen Sie sich selbst kennen

Wie soll man anderen das eigene Profil vermitteln, wenn man es selbst gar nicht (mehr) so gut kennt? Im ersten Schritt denken Sie daher über Ihre Eigenschaften nach und erarbeiten sich Stärken und Schwächen. Was kann ich gut? Woran muss arbeiten? Welche Arbeit macht mir Spaß, welche weniger?

Um Ihrer Analyse mehr Tiefe zu geben, sollten Sie vertraute Kollegen bitten, eine Einschätzung über Sie abzugeben. So sind Sie in der Lage, das Selbst- und Fremdbild Ihrer Person abzugleichen. Oftmals ergeben sich hier bereits Hinweise darauf, in welcher Hinsicht Sie die Wahrnehmung anderer über sich ändern könnten.

Step 2: Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche: Ihre Stärken

Die fundamentalen Säulen Ihres Profils sind eine solide Ausbildung und/oder Ihre Erfahrung sowie ein stets aktueller Wissensstand. Alle Versuche, sich ohne diese Basis profilieren zu wollen, ist substanzlose Blenderei. Daher sollten Sie sich in Ihrem Fachgebiet die Butter nicht vom Brot nehmen lassen und auf lebenslanges Lernen setzen. Es ist nie zu spät, um sich spezielles Wissen anzueignen oder eingestaubte Kenntnisse neu aufzufrischen.

Schon der römische Philosoph Augustinus von Hippo wusste: „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“ Wer sein Steckenpferd kennt und sich leidenschaftlich engagieren kann, dem fällt die eigene Positionierung im Arbeitsumfeld leichter. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und vermitteln Sie Ihren Vorgesetzten, welchen Mehrwert Sie für den Arbeitgeber mitbringen und wie Sie diesen mit Ihren Vorstellungen für die Zukunft verbinden wollen.

Step 3: Suchen Sie das Gespräch

Weder Ihre Kollegen noch Ihre Vorgesetzten können Gedanken lesen. Wenn Sie sich also über etwas beschweren oder begeistern, wenn Sie Ihre Meinung vertreten wollen oder sich etwas wünschen, dann müssen Sie den Mund aufmachen. Vielleicht hilft es Ihnen, vor schwierigen Gesprächen mögliche Worst-Case-Szenarien gedanklich durchzuspielen. Oftmals stellt man dann fest, dass es eigentlich nicht so schlimm sein kann.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Ratgeber, Weiterbildungen und Coachings über Körpersprache, Gesprächsführung und andere Soft Skills, wenn Sie sich in Ihrem Auftreten nicht sicher genug fühlen. Die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit stärkt Ihr Selbstbewusstsein und Ihren Stand gegenüber anderen.

Step 4: Wagen Sie Neues

Mit dem Strom schwimmen, bloß keinen Ärger machen – diese Schiene fahren viele Menschen im Job. Doch dann brauchen Sie nicht erwarten, dass sich jemand an Sie erinnert, wenn es um die Vergabe spannender Projekte oder Beförderungen geht. Überlegen Sie daher, wie Prozesse im Moment ablaufen, wer wie welche Probleme löst und wie Sie es anders machen könnten.

Dazu müssen Sie in Ihrem Fach stets auf dem neuesten Stand bleiben und in der Lage sein, kreative Ansätze zu entwickeln. An beidem kann man arbeiten!

Das überzeugt Ihren Chef von Ihrem Engagement und der Bereitschaft, sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Step 5: Spinnen Sie ein Netz

An dem Spruch „Man sieht sich immer zweimal im Leben“ ist etwas dran. Den sollten Sie sich zu Herzen nehmen, wenn Sie neue Businesskontakte knüpfen. Vielleicht sehen Sie im Moment keinen Nutzen, Ihre Zeit für das Networking aufzuwenden.

Aber zum einen sagt Ihr Netzwerk auch etwas über Sie aus – wofür Sie stehen, wo Sie studiert haben, welche Interessen Sie haben, welchen Status. Zum anderen könnte sich über alte und neue Bekanntschaften hilfreiche Unterstützung oder frischer Input zu einem späteren Zeitpunkt anbahnen. Strecken Sie Ihre Fühler aus!

 

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