Bewerber sind heute in Auswahlgesprächen immer seltener in der Rolle des Bittstellers. Vielmehr entscheiden sie zunehmend selbst, ob sie in einem Unternehmen arbeiten möchten. Sie suchen sich ihren Arbeitgeber ganz gezielt aus. Personaler müssen also klar zum Ausdruck bringen können, was die Attraktivität des Unternehmens ausmacht und wodurch es sich von Wettbewerbern abhebt.
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Bild: “Freiwillige melden sich” von Michael Beat. Lizenz: CC BY 2.0


Unternehmen müssen für sich werben

Während das Profil der Kandidaten schon immer genau beleuchtet wurde, sind nun auch die Unternehmen dazu aufgefordert, detailliert darzulegen, was sie zu bieten haben. Nur so kann der Bewerber zu einer tragfähigen Entscheidung für oder gegen eine Zusammenarbeit kommen.

Für das Vorstellungsgespräch bedeutet dies, dass Sie als Personalverantwortlicher sich gut auf die wesentlichen Themen vorbereiten und dem Bewerber genügend Zeit für seine Fragen einräumen sollten.

Die Art der Fragen verrät einiges über die Grundwerte, das Interesse, den Charakter und die Persönlichkeit, die Prioritäten und die Arbeitsethik des Bewerbers. Nachfolgend stellen wir Ihnen eine Auswahl an Fragen vor, wie sie heute gern gestellt werden.

Bereiten Sie sich auf diese 8 Fragen vor

1. Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

Eine angespannte Beziehung zum eigenen Vorgesetzten zählt zu den Hauptgründen, warum Mitarbeiter ein Unternehmen wieder verlassen. Geben Sie auf diese Frage eine ebenso offene wie differenzierte Antwort, die Aufschluss über die eigene Haltung und deren Umsetzung gibt. Stellen Sie sich die folgenden Fragen:

  • Was ist Ihnen als Führungskraft wichtig?
  • Wie erleben die Mitarbeiter Sie im Unternehmensalltag?
  • Welchen Mehrwert bietet ihnen Ihre Führungsleistung?

2. Wie wichtig ist Ihnen gesellschaftliches Engagement?

Über den Sinn der eigenen Arbeitstätigkeit hinaus kann auch das soziale, ökologische oder künstlerische Engagement eines Unternehmens ausschlaggebend dafür sein, ob der Bewerber sich für eine zukünftige Mitarbeit entscheidet. Das Stichwort lautet: Corporate Social Responsibility (CSR).

3. Warum arbeiten Sie gern hier und was stört Sie mitunter?

Diese Frage bietet eine gute Gelegenheit, sich persönlich besser kennenzulernen. Hier sollten Sie von Ihren Werten und Erwartungen mit Blick auf den Unternehmensalltag berichten. Die Frage ist auch ein geeigneter Aufhänger, um die Spezifika der Unternehmenskultur hervorzuheben. Zudem sollten Sie die Möglichkeit nutzen, Vertrauen aufzubauen, indem Sie kritische Punkte offen ansprechen.

4. Was kann ich bei Ihnen bewegen?

Mit dieser Frage möchte der Bewerber in Erfahrung bringen, welche Verantwortungsbereiche und Aufgaben ihm im Unternehmen zugesprochen werden und wie er in der Ausübung seiner Tätigkeit einen persönlichen Eindruck bei Ihnen hinterlassen kann. Bedenken Sie, dass sich Bewerber heute individuelle Entscheidungsspielräume und damit die Möglichkeit wünschen, eigene Ideen einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.

5. Welche zukünftigen Entwicklungen im Unternehmen betreffen mich?

Mit dieser Frage möchte sich der Bewerber ein Bild von Unternehmensstrategie und Unternehmenserfolg machen. Sie können sein Vertrauen gewinnen, indem Sie offen über anstehende Umstrukturierungen oder Personalwechsel sprechen.

6. Wie flexibel bin ich hinsichtlich der Arbeitszeiten?

Hinter dieser Formulierung steckt die Frage nach der Work-Life-Balance. Mitarbeiter sind heute nicht mehr uneingeschränkt bereit, den Job über ihr Freizeit- und Familienleben zu stellen und Leistung auf Kosten des Privatlebens zu bringen. Dies drückt sich in dem Wunsch nach flexiblen Arbeitszeitmodellen aus.

7. Wie sieht meine Laufbahnplanung aus?

Gerade junge Mitarbeiter möchten in kurzer Zeit möglichst viele relevante Erfahrungen sammeln und Kompetenzen erwerben. Dazu zählen auch Tätigkeiten in anderen Funktionsbereichen oder im Ausland. Vom potenziellen Arbeitgeber werden zu diesem Thema belastbare Aussagen erwartet.

8. Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

Mit dieser Frage möchte der Bewerber erkunden, welchen Wert Sie auf Personalentwicklungsmaßnahmen legen:

  • Finden regelmäßig Feedback-Gespräche statt?
  • Welche Seminare und Coachings werden angeboten?
  • Verschafft das Unternehmen den Mitarbeitern Zugang zu seinen Ressourcen, etwa in Form von Datenbanken, Bibliotheken oder Konferenzen?
  • Gibt es Netzwerke oder Mentoring-Programme, über die erfahrenere Mitarbeiter ihr Wissen an Einsteiger weitergeben?
So, wie Sie von den Bewerbern erwarten, dass sie ihre Antworten auf Ihre Fragen mit Beispielen versehen, sollten auch Sie in Ihren Reaktionen auf die Bewerberfragen einen eindeutigen Praxisbezug herstellen. Das verleiht Ihren Ausführungen Lebendigkeit und Glaubwürdigkeit.

 

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