Seit technologische Standards einem immer schneller werdenden Wandel unterliegen, hat auch der globale Wettbewerb an Schärfe zugenommen. Durch den demographischen Wandel droht zudem ein Fachkräftemangel, dem durch gute Qualifizierungsmaßnahmen im Unternehmen entgegen gewirkt werden sollte. Betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen auf den neusten Stand zu bringen, zu organisieren und umzusetzen, stellt die Unternehmen allerdings vor einige Herausforderungen. Wenn Personalverantwortliche auf folgende Punkte achtgeben, sind sie deshalb gut beraten.
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Weiterbildungen

Bild: “Batman street art” von Katherine Lim. Lizenz: CC BY 2.0


Hohe Erwartungen von beiden Seiten

Weiterbildungsangebote werden für die Attraktivität der Arbeitgeber immer bedeutender. Um auf dem derzeitigen Arbeitsmarkt erfolgreich zu bestehen, müssen Unternehmen durch kontinuierliche Mitarbeiterqualifizierung ihre Innovationskraft und Produktivität steigern. Nur nachhaltige Weiterbildungsmöglichkeiten bieten den Arbeitnehmern berufliche Weiterentwicklung und binden die motivierten Fachkräfte an ihren Betrieb.

Mehr als zwei Drittel der deutschen Unternehmen möchten ihr Engagement im Bereich der beruflichen Weiterbildung verstärken. Besonders für kleine bis mittlere Betriebe gestaltet es sich jedoch schwierig, den Betriebsablauf mit der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu verbinden. Besonders effektiv ist es deshalb, wenn die Geschäftsführer gemeinsam mit ihren Mitarbeitern Modelle entwerfen, die zu ihnen und ihren Unternehmen passen.

Betriebs- und Personalräte eines Unternehmens eignen sich dabei hervorragend als Bildungspartner und sollten in die Organisation von Weiterbildungsprogrammen involviert werden. Aufgrund ihres Engagements ist die Weiterbildung heute in vielen Branchen fest in den Tarifverträgen verankert. Außerdem könnten sie als Vermittler, Berater oder Coach agieren, da sie direkten Kontakt zu den Mitarbeitern pflegen.

Formen der Weiterbildung

Die allgemeine von der beruflichen Weiterbildung abzugrenzen ist kaum noch möglich. Ein vom Arbeitnehmer besuchter Sprachkurs an der Volkshochschule kann ihm berufliche Vorteile verschaffen. Ebenso kann ihm ein Kommunikationsseminar im Privatleben weiterhelfen. Die Übergänge zwischen den Weiterbildungsarten sind demnach meist fließend. Besondere Bedeutung für Personalverantwortliche haben allerdings die Anpassungs- und Aufstiegsfortbildungen.

Anpassungsfortbildungen erweitern das Wissen

Hierbei handelt es sich um eine Maßnahme das bereits bestehende Fachwissen zu erweitern oder aufzufrischen. Die Gründe dafür können neue Anforderungen im Arbeitsalltag oder die Wiederaufnahme der Arbeit nach längerem Ausstieg sein.

Der Arbeitgeber erhält durch die Anpassungsfortbildung die Möglichkeit, seine Mitarbeiter mit den aktuellsten Handlungskompetenzen vertraut zu machen. Meist handelt es sich um betrieblich stattfindende Maßnahmen, die in Form von Software-Schulungen, Veranstaltungen zu rechtlichen Änderungen oder Sprachkursen angeboten werden.

Sie sind sehr praxisbezogen und werden meist von den Unternehmen selbst finanziert. Durchgeführt werden sie von externen Anbietern wie Bildungszentren der Kammern, Berufsverbänden oder privaten Dienstleistern.

Ausbildungsfortbildungen bieten Zusatzqualifikationen

Diese Weiterbildungsform dient dazu, den eigenen Nachwuchs an Führungskräften zu entwickeln. Bereits vorhandene Qualifikationen sollen verbessert werden, um beruflichen Aufstieg zu unterstützen und voranzutreiben. Dafür eigenen sich vor allem Arbeitnehmer, denen das bloße „am Ball bleiben“ zu wenig ist. Sie wollen sich beruflich weiterentwickeln und streben eine Führungsposition an.

Ausbildungsfortbildungen werden meist in Form von Lehrgängen absolviert, die zur Vorbereitung eines anerkannten Fortbildungsabschlusses dienen (z.B. Meisterkurse). Die Prüfungen werden vor einer Kammer oder einer staatlich anerkannten Fachschule abgelegt. Vorausgesetzt werden lediglich eine abgeschlossene Ausbildung und einschlägige Berufserfahrungen.

Aktuelle Berufsausbildungsberichte zeigen, dass im letzten Jahr rund 100.000 Menschen an Fortbildungsprüfungen teilgenommen und somit ihre Karriere durch die Erweiterung ihrer Qualifikationen unterstützt haben.

Konzepte für betriebliche Weiterbildungen

Zuerst sollten Sie den Bildungsbedarf des Unternehmens analysieren. Das heißt, die Schwachpunkte und das ungenutzte Potential müssen sichtbar gemacht werden. Um für eine nachhaltige Entwicklung des Unternehmens zu sorgen, muss herausgearbeitet werden, welche Kompetenzen Sie in Zukunft brauchen werden, um sich im internationalen Wettbewerb weiterhin zu behaupten. Überlegen Sie genau, welchem Mitarbeiter Sie welche Anforderungen anvertrauen können.

Daraufhin folgt die Recherche für geeignete Bildungsangebote. Zuvor müssen Sie den Bildungsbedarf genau veranschaulichen und aus der entstandenen Bedarfsanalyse die unternehmensrelevanten Kompetenzen festlegen. Erst dann wird es Ihnen gelingen, konkretere Merkmale für die geplante Weiterbildung zu bestimmen (z.B. Inhalte, Termine, Form, Kosten).

Geeignete Bildungsangebote lassen sich z.B. auf speziellen Datenbanken der folgenden Anbieter finden:

Kostengünstige Formen des Lernens

Die medialen Entwicklungen bieten heute eine Vielzahl an Lernmöglichkeiten. Für welche Form Sie sich entscheiden, wird einen wichtigen Einfluss auf den Verlauf der Weiterbildung haben. Sie könnten das selbstorganisierte Lernen durch Veranstaltungen, Fachliteratur und Bildungsreisen dem fremd organisierten Lernen (z.B. Coaching, Kurse, Lehrgänge) vorziehen.

Auch wenn Sie bei der ersten Variante ein höheres Maß an Organisationstalent und Engagement aufbringen müssen, wird sie sich als sparsamer erweisen. Sie könnten jedoch auch beide Varianten miteinander verbinden und sich für eine Mischform entscheiden. Fernunterricht und E-Learning erlauben heute z.B. eine flexible Zeiteinteilung während der Weiterbildung.

Finanzielle Zuwendung von Bund und Ländern

Neben der Unterstützung von Einzelpersonen halten Bund und Länder auch Förderprogramme für kleine bis mittelständische Unternehmen bereit, die betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen in ihrem Betrieb durchführen möchten. Zu den wichtigsten Programmen gehören:

  • WeGebAU: Arbeitgeber erhalten einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt für die Weiterbildung Geringqualifizierter und können eine Pauschale zu den Sozialversicherungsbeiträgen beantragen
  • Gründercoaching Deutschland: Förderung und Beratung von Existenzgründern mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds.
  • Förderung vom Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi): Hilfe durch Informations- und Schulungsveranstaltungen sowie Workshops

Quellen

Hampe; Schlegel: „Auswahl und Steuerung nachhaltiger Weiterbildung im Unternehmen: Trainings und Seminare zu komplexen Themen erfolgreich begleiten. Springer Gabler, Heidelberg, 2014.

Koschneck, Müller, Walter: Bestandsaufnahme und Konsistenzprüfung beruflicher Weiterbildungsförderung auf Bundes- und Länderebene, in: „Bildungsforschung“, Band 12, hrsg.v. Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bonn, Berlin, 2011.

Stiftung Warentest; „Leitfaden Weiterbildung“, Berlin, 2011.

 

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