Was gute Führung ausmacht, diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Dennoch gibt es Aspekte, die erfolgreiche Führungspersonen anders handhaben, als viele andere Chefs. Wir zeigen Ihnen die zehn wichtigsten Punkte auf - damit Sie in Zukunft Ihr eigenes Potenzial und das Ihrer Belegschaft noch besser ausschöpfen können!
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Bild: “World’s Best Boss” von Kumar Appaiah. Lizenz: CC BY 2.0


1. Kommunikation

Gute Chefs wissen, wie man konstruktive Gespräche führt, und räumen dem Austausch zwischen Führungspersonen und Mitarbeitenden einen hohen Stellenwert ein. Regelmäßige Teambesprechungen haben einen festen Platz und werden eingehalten. Außerdem ist es guten Chefs wichtig, auch mit einzelnen Beschäftigten zu sprechen und jederzeit einen Überblick darüber zu haben, wie es dem individuellen Mitarbeitenden geht.

2. Kein Druck

Gute Chefs geben Druck nicht ungefiltert an Ihre Belegschaft weiter. Sie finden angemessene Strategien, mit den Herausforderungen des Wettbewerbs umzugehen, und arbeiten mit den Beschäftigten zusammen, statt sie als weiteren problematischen Faktor zu verstehen, der bekämpft werden muss.

3. Delegieren und Vertrauen

Mitarbeitenden wird von guten Chefs zugetraut, gute Arbeit leisten zu können. Sie können loslassen und Aufgaben delegieren. Konstruktives Miteinander und entspannteres Arbeiten werden möglich, weil die Führungskraft nicht glaubt, sie müsse alles selbst erledigen und kontrollieren. Mitarbeitende erfahren eine persönliche und fachliche Wertschätzung, wenn ihnen wichtige Aufgaben anvertraut werden.

4. Offenheit

Häufig haben Beschäftigte, die tagtäglich mit einer bestimmten Aufgabe umgehen, gute Vorschläge zur Optimierung von Prozessen. Gute Chefs hören sich alle Vorschläge und Ideen unvoreingenommen an. Was sinnvoll erscheint, wird schnellstmöglich umgesetzt – zu abgelehnten Veränderungswünschen bekommen die Ideengeber ein wertschätzendes, ermunterndes Feedback mit einer klaren Erklärung dafür, weshalb ihr Vorschlag nicht überzeugen konnte.

Mitarbeitende bekommen durch dieses Vorgehen das Gefühl, dass ihre Expertise gefragt ist. Sie fühlen sich geschätzt und ins Unternehmen eingebunden. Die Vorgesetzten können nicht nur auf motiviertere Mitarbeitende zurückgreifen, sondern auch auf einen kreativen Ideenpool. Im Idealfall wird ein System geschaffen, das in kurzer Zeit Vorschläge abfragt, prüft und gegebenenfalls umsetzt.

5. Anerkennung

Gute Chefs nehmen sich die Zeit, Ihre Mitarbeitenden zu loben, ihnen Anerkennung für gute Leistungen auszusprechen und insgesamt einen wertschätzenden Umgang mit den Beschäftigten zu pflegen. Sie wissen, wie wichtig es ist, Engagement zu bemerken und zu würdigen – vor allem, wenn es um Mitarbeitende geht, die kontinuierlich eine besonders gute Leistung zeigen.

Angestellte, die erfahren, dass durchaus bemerkt wird, was sie tun und wie sie es tun, werden gerne weiter eine hohe Leistung erbringen. Ein Vorgesetzter, der Beiträge nicht würdigt oder überhaupt registriert, vermittelt leicht den Eindruck, dass der Beschäftigte ein unbedeutendes Rädchen im Getriebe ist, das jederzeit ersetzt werden kann.

Da Menschen das Grundbedürfnis haben, sich zugehörig zu fühlen, werden sich Angestellte entweder zurückziehen und „Dienst nach Vorschrift“ machen, oder sich möglicherweise nach einer neuen Wirkungsstätte umsehen.

6. Konstruktives Feedback

Mitarbeitende können nur dann einen guten Job machen, wenn Sie von ihren Führungskräften eine Rückmeldung bekommen, wo sie stehen. Niemand ist perfekt, und Entwicklung kann nur stattfinden, wenn klar benannt wird, was für die Vorgesetzten wichtig ist.

Diese Möglichkeit bietet sich beispielsweise in Mitarbeitergesprächen, oder über eine gut entwickelte Feedbackkultur, in der die zuständigen Führungskräfte die Leistungen der einzelnen Mitarbeitenden wahrnehmen und darauf in einer Mail oder auf anderen Wegen eingehen.

Ein guter Chef entzieht sich auch kritischen Rückmeldungen an den Mitarbeitenden oder von Seiten der Belegschaft an ihn selbst nicht. Er weiß, wie er konstruktiv das Verhalten Angestellter zur Sprache bringt, während er gleichzeitig die Person und ihre Bemühungen wertschätzt, und kann Feedback an sich selbst als positiv und als Chance für Entwicklung begreifen.

7.  Zeit

Bei der Vielzahl an Aufgaben und Herausforderungen, die sich Chefs stellen, gerät leicht in Vergessenheit, dass eine der wichtigsten Erfolgsfaktoren die Mitarbeitenden sind – und sich ein guter Chef auch deshalb Zeit für seine Beschäftigten nimmt, ohne dabei das Gefühl zu vermitteln, dass es ihm lästig ist, sich mit ihnen zu befassen. Gute Führungskräfte halten Termine mit Mitarbeitenden auch in stressigen Zeiten ein und nehmen sie wichtig.

8. Förderung

Gute Chefs unterstützen die Mitglieder ihrer Belegschaft in ihrer persönlichen Entwicklung. Sie stellen individuelle Entwicklungsziele in Aussicht und planen gemeinsam mit dem Mitarbeitenden, mit welchen Schritten er vorankommt.

Ein wichtiger Punkt ist hier auch die Motivation des Beschäftigten, sowie zu vermitteln, dass man ihn als geschätzte Kraft im Unternehmen halten möchte. Gute Chefs wissen außerdem, dass Weiterbildungen sich auszahlen, und die finanziellen Investitionen in die Qualifikation von Mitarbeitenden gut angelegtes Kapital sind.

9. Potenzial nutzen

Eine Führungskraft, die die Talente und individuellen Qualitäten ihrer Mitarbeitenden erkennt, ist Gold wert. Gute Chefs schaffen nicht nur das, sie schaffen außerdem ein Umfeld, in dem sich die Belegschaft wohl fühlen und ihre persönlichen Potenziale entfalten kann. Höchstleistungen entstehen durch Beschäftigte, die Freude an ihrer Aufgabe haben.

Dazu müssen Vorgesetzte ihr Personal und dessen Rückmeldungen ernst nehmen, und einen Mitarbeitenden als individuellen Menschen mit seinen Stärken, legitimen Schwächen und Bedürfnissen wahrnehmen und auf diese eingehen.

Eine Möglichkeit, ehrliche Rückmeldungen zu erhalten, sind anonyme Mitarbeiterbefragungen. Idealerweise wird das von einem Partner von außen übernommen, der die Belegschaft davon überzeugen kann, dass es nicht um Kontrolle geht, sondern vorrangig darum, die individuelle Situation der Angestellten positiv zu verändern.

10. Wort halten

Der Handschlag, das Wort, die Absprache, die ein guter Chef mit einem Angestellten getroffen hat, gilt. Egal, wie die Umstände sich verändern: Es muss gewährleistet sein, dass die Zusagen, die gemacht werden, Gültigkeit haben. Nichts frustriert und verunsichert Mitarbeitende mehr, als scheinbar willkürliches Abrücken von Zusagen.

Es gibt immer andere Lösungen – sie mögen unpraktischer oder weniger bequem sein – ein guter Chef, der sich auf Zusagen seines Personals verlassen können will, wird dennoch Wege finden, auch unter veränderten Vorzeichen Rückgrat zu bewahren.

Fazit

Gute, erfolgreiche Chefs führen anders. Sie sind  fair, verlässlich und interessiert. Sie nehmen Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht als unvermeidliche Störfaktoren wahr, als Ressource, die verschlissen und dann mit einer neuen Garnitur ersetzt  werden kann – sondern als vollständige Personen mit verschiedenen Dimensionen.

Es gelingt ihnen, die Stärken jedes Einzelnen zu unterstützen und die Schwächen zu integrieren, so dass die Belegschaft sich wertgeschätzt und als Mensch statt als Produktionsfaktor wahrgenommen fühlt. Das führt zu einer höheren Motivation, größerer Identifikation mit dem Unternehmen, individuellen Entwicklungsfortschritten und einer kreativeren Arbeitshaltung – und das macht erfolgreiche Führung letzten Endes aus.

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