1. Vorstellung, Kopfschmerzen und Schmerzsyndrome von Dr. med. Egon Kaletsch

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Über den Vortrag

Der Vortrag „1. Vorstellung, Kopfschmerzen und Schmerzsyndrome“ von Dr. med. Egon Kaletsch ist Bestandteil des Kurses „Hammerexamen Komplettkurs“. Der Vortrag ist dabei in folgende Kapitel unterteilt:

  • Begrüßung
  • Gliederung
  • Kopf- und Gesichtsschmerzen
  • Migräne II
  • Cluster
  • Tolosa-Hunt
  • Andere Kopfschmerzarten
  • Schmerzsyndrome

Quiz zum Vortrag

  1. Körperliche Betätigung bessert die Symptomatik.
  2. Der Patient leidet unter Photophobie.
  3. Erbrechen und Durchfall sind häufige Begleitsymptome.
  4. Es besteht eine außerordentliche Lärmempfindlichkeit.
  5. Der Patient leidet unter Phonophobie.
  1. Leitsymptom ist ein unilateraler, pulssynchroner Kopfschmerz.
  2. Leitsymptom ist ein frontaler Dauerkopfschmerz.
  3. Leitsymptom ist ein parietaler Dauerkopfschmerz.
  4. Leitsymptom ist ein plötzlich einschießender occipitaler Kopfschmerz.
  5. Leitsymptom ist ein diffuser holozephaler Kopfschmerz.
  1. Die betroffenen Hirnareale der "spreading depression" zeigen erhöhte Erregbarkeit mit Überfunktion der betroffenen Areale.
  2. Es handelt sich um eine oftmals familiär auftretende, gutartige Funktionsstörung, welche lebenslang bestehen kann.
  3. Die Ätiologie der Migräne ist nicht abschließend geklärt. Es existieren einige verschiedene Hypothesen.
  4. Eine "spreading depression" kann im EEG über Amplitudenminderung der Ruheaktivität bestimmter Hirnareale abgelesen werden.
  5. Eine Hypothese zur Ätiologie der Migräne benennt eine Entzündung der Piagefäße und Ausschüttung vasoaktiver Substanzen als ursächlich.
  1. Amnesie
  2. Sehstörungen (Fortifikationen)
  3. Schwindel
  4. Tremor
  5. Lichtscheu
  1. Die Migräne wird autosomal-rezessiv vererbt.
  2. Ein Migräneanfall kann durch verschiedene Faktoren wie z.B. Koffein, Stress, Alkohol, tyraminhaltige Lebensmittel usw. getriggert werden.
  3. Die Migräne zählt zu den primären Kopfschmerzarten.
  4. Triggerfaktoren speziell für weibliche Patientinnen kann die Menstruation oder die Einnahme von oralen Kontrazeptiva sein.
  5. Weitere Hypothesen diskutieren Ionenkanalstörungen und die Stimulation des N. trigeminus als ursächlich.
  1. Der streng einseitige Kopfschmerz ist ein obligates Symptom der Migräne.
  2. Die "spreading depression" beschreibt die kurzzeitige Funktionsminderung bzw. neuronale Hemmung von Hirnarealen.
  3. Der Migränekopfschmerz kann 4-72 Stunden andauern.
  4. Durch die "spreading depression" kommt es zu fokal-neurologischen Symptomen.
  5. Mögliche optische Phänomene im Rahmen eines Migräneanfalls können Fortifikationen, Lichtblitze und Flimmerskotome sein.
  1. Apraxie
  2. Aphasie
  3. Schwindel
  4. Paresen
  5. Parästhesien
  1. Eine Sonderform der Migräne ist die choreatiforme Migräne.
  2. Eine Sonderform der Migräne ist die ophthalmoplegische Migräne.
  3. Eine Sonderform der Migräne ist die Basilaris-Migräne.
  4. Eine Sonderform der Migräne ist die familiäre hemiplegische Migräne.
  5. Eine Sonderform der Migräne ist die Migraine sans migraine.
  1. Ergotamine sind erste Wahl der Migräne-Therapie.
  2. Beim akuten Migräneanfall kommen Antemetika zum Einsatz (z.B. Metoclopramid).
  3. Ergotamine wirken vasokonstriktiv.
  4. Additiv zu Antiemetika können Analgetika oder Triptane verabreicht werden.
  5. Als Therapie des Status migraenosus kommen Corticoide i.v. zum Einsatz.
  1. Nach einem Migräneinfarkt ist eine Prophylaxe indiziert, wobei Medikamente wie Betablocker oder Topiramat zum Einsatz kommen.
  2. Die Migräne-Prophylaxe ist indiziert bei >1-2 Attacken pro Monat.
  3. Die Migräne-Prophylaxe ist indiziert, wenn die Migräne-Attacke durchschnittlich länger als 24h andauert.
  4. Betablocker und Flunirazin sind Prohylaxemedikamente, die auch bei akuten Migräne-Attacken die erste Wahl darstellen.
  5. Die Migräne-Prophylaxe ist indiziert, wenn z.B. eine Naproxen-Unverträglichkeit besteht.
  1. Bei Rechtshändern ist das Sprachzentrum regelhaft rechts temporoparietal im Mediastromgebiet lokalisiert.
  2. Wichtige Sprachzentren sind das Broca-Areal, das Wernicke-Areal und der diese beiden Areale verbindende Fasciculus arcuatus.
  3. Das Broca-Areal wird auch das motorische Sprachzentrum genannt und befindet sich im Frontallappen.
  4. Das Wernicke-Areal wird auch das sensorische Sprachzentrum genannt und befindet sich im Temporallappen.
  5. Klinisch sollte zwischen einer Störung des Sprachverständnisses und einer Störung der Sprachproduktion unterschieden werden.
  1. Alle gegebenen Antwortmöglichkeiten sind richtig.
  2. Bei leichten bis mittelstarken Migräneattacken sind NSAR (z.B. ASS und Ibuprofen) oder Nichtopioidanalgetika (z.B. Paracetamol) die Therapie der Wahl.
  3. Triptane können oral, nasal, rektal oder subkutan appliziert werden.
  4. Antiemetika empfehlen sich in der Migränetherapie nicht nur zur Linderung der Beschwerden sondern ermöglichen auch eine bessere gastrointestinale Resorption von eingenommenen Medikamenten.
  5. Von einem Status migraenosus spricht man bei einer länger als drei Tage anhaltenden Migräneattacke.
  1. Serotonin-Rezeptor-Agonist
  2. Serotonin-Rezeptor-Antagonist
  3. Dopamin-Antagonist
  4. Kalziumkanalblocker
  5. GABA-Rezeptor-Agonist
  1. Ergotamin
  2. Flunarizin
  3. Topiramat
  4. Metoprolol
  5. Valproat
  1. regelmäßig Anfallsdauer > 12h
  2. Z.n. Migräneinfarkt
  3. >2 Anfälle in 7 Tagen
  4. >3-4 Anfälle pro Monat
  5. Unverträglichkeit der Akutmedikation
  1. Der Cluster-Kopfschmerz tritt überwiegend in Herbst und Frühjahr auf wobei die Attacke im Wesentlichen nicht so lange dauert wie ein Migräneanfall.
  2. Ähnlich wie bei Migräne sind häufiger Frauen betroffen bei gleicher Gesamt-Prävalenz.
  3. Die Patienten zeigen ein der Migräne ähnlich ausgeprägtes Rückzugsverhalten.
  4. Der Cluster-Kopfschmerz tritt streng bilateral und occipital und unter z.B. Rhinorhoe auf.
  5. Die Patienten leiden unter ausgeprägter Licht- und Lärmempfindlichkeit.
  1. Es kommt oft zum Anschwellen und Pulsieren der A. facialis.
  2. Die Therapie der Wahl besteht aus Inhalation von reinem Sauerstoff für 10-20 min im Stehen.
  3. Typische Begleitsymptome sind unilaterale Ptosis, Miose, Schwellung und Rötung des Augenlids.
  4. Risikofaktor für Cluster-Kopfschmerzen ist der Nikotinabusos.
  5. Der Cluster-Kopfschmerz setzt plötzlich ein und dauert i.d.R. ca. 10 Minuten bis mehrere Stunden.
  1. Der Schmerz kann getriggert werden (z.B. Zähneputzen etc.), tritt aber auch spontan auf.
  2. Die Gesichtsneuralgie tritt meist bilateral im Bereich V1/V2 auf.
  3. Betroffen sind häufig junge Männer.
  4. Die Behandlung der Wahl stellt heute die operative Therapie nach Janetta dar. Alternativ als 2. Wahl kommen auch Medikamente wie z.B. Carbamazepin zum Einsatz.
  5. Der stechende Schmerz tritt über 1-2 Tage einschleichend auf und ist extrem stark.
  1. Die Therapie der Wahl besteht aus hochdosierter INF-Gamma Gabe.
  2. Betroffen sind ältere Menschen > 50. Lebensjahr und vorwiegend Frauen.
  3. Kann mit Polymyalgia rheumatica assoziiert sein.
  4. Entzündungswerte im Blut sind erhöht. Duplexsonographie oder Biopsie festigen die Diagnose.
  5. Es kommt zu einer T-Zell vermittelten Autoimmunreaktion.
  1. Miosis, Ptosis, Enophthalmus
  2. Mydriasis, Ptosis, Lagophthalmus
  3. Lacrimation, konjunktivale Injektion, Mydriasis
  4. Nystagmus, Intentionstremor, skandierende Sprache
  5. Gangstörung, Demenz, Inkontinenz
  1. Die autonomen Begleitsymptome wie Rhinorrhoe, Lakrimation oder Horner-Syndrom treten typischerweise kontralateral zur Schmerzlokalisation auf.
  2. Autonome Symptome wie z.B. Lakrimation oder konjunktivale Injektion sind zur Diagnose des Cluster-Kopfschmerzes obligat.
  3. Anfälle treten im Cluster-Intervall in der Regel 1-3 mal täglich auf.
  4. Etwa die Hälfte der Anfälle beginnt aus dem Schlaf heraus.
  5. Das Horner-Syndrom ist beim Cluster-Kopfschmerz typischerweise nur partiell (nur Miosis und Ptosis).
  1. Bei der Operation nach Jannetta wird der Gefäß-Nerven-Kontakt zwischen der A.temporalis und dem N. trigeminus getrennt.
  2. Meist ist der zweite und/oder dritte Trigeminus-Ast betroffen (N. maxillaris und N. mandibularis).
  3. Es kommt zu blitzartig einschießenden Schmerzen von stechendem, ziehendem und elektrisierendem Schmerzcharakter.
  4. Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die Thermokoagulation des Ganglion gasseri.
  5. Es kann im Rahmen der einschießenden Schmerzen zu einer reflektorischen Zuckung der mimischen Muskulatur kommen. Daher der Name "Tic douloureux".
  1. Diagnostisch wegweisend sind Laborbefunde, Duplexsonografie und eine Biopsie der Temporalarterie.
  2. Die Therapie erfolgt rein symptomatisch zur Schmerzlinderung. Schwerwiegende Komplikationen sind auch bei Nicht-Behandlung nicht zu erwarten.
  3. Laborchemisch zeigt sich eine Sturzsenkung, Anämie und Basophilie.
  4. Die Arteriitis temporalis ist in 50% der Fälle mit SLE (systemischer Lupus erythematodem) assoziiert.
  5. Betroffen sind meist junge Frauen.
  1. Es handelt sich um eine Ausschlussdiagnose, die durch ein MRT gefestigt wird.
  2. Kann mit Polymyalgia rheumatica assoziiert sein, wobei es zu einer T-Zell vermittelten Autoimmunreaktion kommt.
  3. Es kommt zu Schmerzen hinter dem Auge, sowie zu Störungen der Augenbewegung aufgrund eines Retrobulbärhämatoms.
  4. Die Therapie der Wahl ist die Gabe von Immunglobulinen.
  5. Die Therapie der Wahl ist die orale Antikoagulation.
  1. Bei plötzlichen starken KS oder der Änderung der KS-Qualität ist immer eine Meningitis oder eine subarachnoidale Blutung auszuschließen.
  2. Auch ein sonst klinisch unauffälliger Patient kann an extremen Kopfschmerzsyndromen leiden.
  3. Da bei jedem Patient mit KS eine Meningitis nicht ausgeschlossen werden kann, gilt jeder Fall zunächst als Notfall.
  4. Standarddiagnostik bei jedem Kopfschmerz-Patienten ist ein CCT und eine Lumbalpunktion.
  5. Keine der Antwortmöglichkeiten ist korrekt.
  1. M. obliquus superior
  2. M. rectus medialis
  3. M. sphincter pupillae
  4. M. levator palpebrae superior
  5. M. obliquus inferior
  1. N. facialis
  2. N. maxillaris
  3. N. oculomotorius
  4. N. trochlearis
  5. N. abducens
  1. Cluster-Kopfschmerz
  2. Medikamenteninduzierter Kopfschmerz
  3. Kopfschmerz bei Glaukomanfall
  4. Kopfschmerz nach Trauma
  5. Kopfschmerz bei intrakranieller Blutung
  1. Man unterscheidet zwischen einem episodischen und einem chronischen Spannungskopfschmerz.
  2. Der Spannungskopfschmerz ist eine seltene Kopfschmerzentität.
  3. Der Spannungskopfschmerz ist durch einen unilateralen, pulssynchronen Kopfschmerz höchster Schmerzintensität charakterisiert.
  4. Der Spannungskopfschmerz ist typischerweise ein plötzlich einsetzender Vernichtungskopfschmerz.
  5. Der Spannungskopfschmerz ist in den meisten Fällen von vegetativen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall begleitet.
  1. Der akute Glaukomanfall ist zwar sehr schmerzhaft, im Verlauf jedoch rasch selbstlimitierend. Es drohen keine schwerwiegenden Komplikationen.
  2. Die paroxysmale Hemikranie weist eine ähnliche Klinik auf wie der Cluster-Kopfschmerz, spricht jedoch nicht auf die Gabe von Sauerstoff an. Die Behandlung erfolgt mit Indometacin.
  3. Beim akuten Glaukomanfall klagt der Patient über starke Kopf- und Augenschmerzen. Der Bulbus ist verhärtet.
  4. Beim Glaukomanfall ist die Pupille typischerweise mittelweit, entrundet und nicht lichtreagibel.
  5. Der medikamenteninduzierte Kopfschmerz droht bei häufigem Einsatz von Analgetika, ab etwa >10x pro Monat.
  1. Neuroleptika
  2. Opiate
  3. NSAR
  4. Triptane
  5. Ergotamine
  1. Die Schmerzsymptomatik steht in direktem Zusammenhang mit der Schwere des Traumas.
  2. Nach Trauma kommt es zum Funktionsverlust und autonomer Dysfunktion des betroffenen Areals.
  3. Therapieoptionen umfassen Physio- und Psychotherapie sowie NSAR bis hin zu Sympatikusblockaden.
  4. Das betreffende Körperteil kann ödematös werden. Dysthrophie, Dyshidrose und Temperaturveränderungen können auftreten.
  5. Beim CRPS Typ I kann keine objektivierbare Nervenläsion nachgewiesen werden.
  1. Hat in etwa eine 10x höhere Prävalenz als das Sudeck-Syndrom.
  2. Die Behandlung erfolgt mit Hilfe von Physiotherapie, Analgetika, Antidepressiva.
  3. Das erlittene Trauma steht in keinem adäquaten Zusammenhang zur Schmerzsymptomatik.
  4. Für die Diagnose ist der Nachweis einer peripheren Nervschädigung obligat.
  5. Es kommt zu schwer objektivierbaren motorischen und sensiblen Störungen der betroffenen Extremitäten.
  1. Die Patienten klagen neben Schmerzen und funktionellen Beschwerden über vegetative Störungen.
  2. Die Fibromyalgie kann diagnostiziert werden, wenn 5 von 18 definierten „tender points“ druckdolent sind.
  3. Die Nervenleitgeschwindigkeit zeigt sich oft verringert, Entzündungswerte im Blut erhöht.
  4. Die Fibromyalgie tritt in den meisten Fällen im Rahmen eines paraneoplastischen Syndroms auf.
  5. Im Röntgenbild lassen sich fleckförmige Entkalkungen der Knochenstrukturen nachweisen.
  1. Das CRPS ist am Häufigsten in den unteren Extremitäten lokalisiert.
  2. Das CRPS I wird nach Lehrbüchern in drei Stadien eingeteilt: 1.Entzündliches Stadium, 2. Dystrophes Stadium, 3. Atrophes Stadium.
  3. Die drei Stadien des CRPS I können in der Realität als phasenhafter Verlauf nahezu nie beobachtet werden.
  4. Der Häufigkeitsgipfel des CRPS liegt zwischen dem 40.-60. Lebensjahr.
  5. Die Fibromyalgie geht mit einem hohen Leidensdruck der Patienten und diversen funktionellen Beschwerden (depressive Verstimmung, Schlafstörungen,...) einher.

Dozent des Vortrages 1. Vorstellung, Kopfschmerzen und Schmerzsyndrome

Dr. med. Egon Kaletsch

Dr. med. Egon Kaletsch

Dr. med. Egon Kaltesch ist Oberarzt der Neurologischen Abteilung und Vertreter des Chefarztes der Klinik für Neurologie Bad Salzhausen. Desweiteren ist er Dozent für Weiterbildungen im Bereich der Neurologie.

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