„Könntest du das mal schnell für mich übernehmen? Ich muss meine kranke Tochter aus der Kita abholen.“ Kein Problem, netten Kollegen hilft man natürlich gerne aus der Patsche. Doch wenn sich solche Anliegen häufen, sollten Sie sich fragen, ob Kollegen Ihre Hilfsbereitschaft schlichtweg ausnutzen. Wir geben Ihnen fünf Tipps, mit denen Sie sich davor schützen.
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Bild: “Lion roaring” von samuelrodgers752. Lizenz: CC BY 2.0

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1. Analysieren Sie Ihre Situation

Erst einmal sollten Sie sich die folgende Frage stellen: Werde ich wirklich ausgenutzt? Oftmals entspricht das subjektive Empfinden nicht der Realität. Analysieren Sie ihre Situation sehr genau, bevor Sie handeln.

Ein wichtiger Punkt ist die Gegenseitigkeit: Wenn Sie und ein Kollege sich gegenseitig unterstützen und jeder gelegentlich Aufgaben für den Anderen übernimmt, wird niemand ausgenutzt.

Problematisch wird es, wenn die Unterstützung einseitig ausfällt. Bittet Sie Ihr Kollege ständig etwas für ihn zu erledigen, im Gegenzug übernimmt er jedoch keine Aufgaben für Sie? Dann werden Sie ausgenutzt! Ein weiteres Anzeichen dafür, dass Sie ausgenutzt werden, können immer umfangreichere oder unbeliebtere Aufgaben Ihres Kollegen sein.

2. Sprechen Sie das Problem direkt an

Wenn Sie sich ausgenutzt fühlen, sollten Sie Ihren Kollegen direkt darauf ansprechen. Suchen Sie ein Gespräch unter vier Augen mit ihm, damit Sie ihn nicht vor anderen Mitarbeitern bloßstellen und in Ruhe mit ihm sprechen können.

Machen Sie Ihn sachlich darauf aufmerksam, dass Sie das Gefühl haben, er würde Sie ausnutzen. Nennen Sie konkrete Situationen, in denen Sie sich so gefühlt haben. Sie sollten ihm trotzdem die Möglichkeit geben, sein Verhalten zu erklären.

Sie sollten in diesem Gespräch Ihren Standpunkt deutlich machen und erläutern, dass Sie in Zukunft keine Aufgaben Ihres Kollegen mehr übernehmen, wenn er Sie nicht im Gegenzug unterstützt. Damit hat er weiterhin die Chance, Hilfe von Ihnen zu erhalten, wenn auch er Ihnen gegenüber hilfsbereit ist.

3. Lehnen Sie Bitten Ihrer Kollegen ab

Der erste Schritt, um das Problem aus der Welt zu schaffen, ist ein deutliches „Nein!“. Selbst wenn es Ihnen schwerfällt – es gibt keinen anderen Weg, um nicht länger ausgenutzt zu werden.

Im Beruf ist es häufig so, dass Ihre Freundlichkeit von Kollegen ausgenutzt wird. Sie sollten sich natürlich weiterhin freundlich gegenüber Ihren Kollegen verhalten, aber nicht um jeden Preis. Seien Sie ehrlich, wenn Sie sich ausgenutzt fühlen und nehmen Sie diesen Zustand nicht des Friedens willen einfach hin.

Wenn Ihr Kollege Sie das nächste Mal bittet, eine Aufgabe für ihn zu übernehmen, lehnen Sie sein Anliegen ab. Machen Sie ihm freundlich aber bestimmt klar, dass Sie nicht mehr bereit sind, ständig seine Aufgaben zu übernehmen.

Zusätzlich können Sie ihm kurz erklären, warum Sie seine Bitte ablehnen. Ein Satz wie „Es tut mir leid, aber ich habe selbst momentan so viel zu tun, dass ich keine zusätzliche Arbeit mehr unterbringen kann.“ kann das Verständnis Ihres Kollegen erhöhen.

4. Bleiben Sie konsequent

Nachdem Sie gelernt haben, die Bitten der Kollegen auch mal abzulehnen, folgt der nächste Schritt: Sie müssen konsequent bleiben.

Sie werden nur ernst genommen, wenn Sie standhaft bleiben und sich nicht überreden lassen, den Kollegen doch auszuhelfen. Sobald sich herumspricht, dass Sie nicht an Ihrem Wort festhalten, wird sich nichts an Ihrer Situation ändern: Kollegen werden Sie weiterhin davon überzeugen, ihnen unter die Arme greifen.

Deshalb müssen Sie lernen, bei Ihrem „Nein!“ zu bleiben. Wie plausibel die Gründe Ihres Kollegen auch sein mögen, lassen Sie sich davon nicht umstimmen! Sie müssen an Ihr eigenes Wohlbefinden denken und nicht in erster Linie an das Ihrer Arbeitskollegen – ansonsten werden diese Ihre Gutmütigkeit weiterhin ausnutzen.

5. Beziehen Sie Ihren Chef ein

Wenn Sie das Gefühl haben, dass sich trotzdem nichts an Ihrer Situation ändert, sollten Sie Ihren Vorgesetzten einbeziehen. Erläutern Sie die Situation und erzählen ihm von den Schritten, die Sie bereits unternommen haben.

Es sollte nicht darum gehen, einen Kollegen beim Chef anzuschwärzen. Vielmehr sollten Sie ihm das Problem objektiv schildern und gemeinsam nach einer Lösung suchen.

Aber Achtung: Holen Sie Ihren Chef wirklich erst dazu, wenn Sie alle vorherigen Tipps beherzigt haben! Ein Gespräch mit dem Vorgesetzten sollte der letzte Ausweg sein, nachdem selbst ein direktes Gespräch mit dem entsprechenden Kollegen nicht zum Erfolg geführt hat.

Quellen

Wie Sie sich gegen Ausbeuter-Kollegen wehren via spiegel.de

Zu nett für deinen Job via neon.de

Ausbeutung: So stoppen Sie diese! via karrierebibel.de

 

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