Der demographische Wandel ist in aller Munde. Auch Unternehmen kommen nicht umhin, sich Gedanken zu machen, wie sie Nachwuchskräfte gewinnen und halten. Wer als attraktiver Arbeitgeber gelten und im so genannten War of Talents bestehen will, muss sich mit den Erwartungen der jungen Generation, der Digital Natives, auseinandersetzen. Hier erfahren Sie, worauf es dabei ankommt.
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Bild: “Creative Director at Buck and Digital Design Grad Ryan Honey Visits VFS” von Vancouver Film School. Lizenz: CC BY 2.0


Digital Natives gewinnen an Bedeutung

Wenn sich heute junge Hochschulabsolventen bei Ihnen bewerben, dann sind das solche, die der so genannten Generation Y angehören. Sie werden auch als Digital Natives bezeichnet: Menschen, die mit dem Internet groß geworden sind, für die das Smartphone eine Selbstverständlichkeit ist.

Digital Natives kommunizieren weltweit auf den unterschiedlichsten Kanälen. Sie äußern ihre Meinung in Blogs, Foren und Communitys, bewerten und empfehlen Produkte, Marken und Unternehmen. Sie suchen online nach potentiellen Arbeitgebern und haben dabei genaue Vorstellungen davon, wie ihr zukünftiger Arbeitsplatz aussehen soll.

Die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Kommunikationsmedien hat zur Entwicklung besonderer Denkmuster und neuer Formen der Informationsverarbeitung geführt. Das hat auch Auswirkungen auf die Herangehensweise an berufliche Aufgabenstellungen.

Digital Natives erwarten nach ihrem Studium ein Arbeitsumfeld, in dem sie ihre Kompetenzen möglichst frühzeitig zum Einsatz bringen dürfen. Als Personalverantwortlicher befinden Sie sich dann in der schwierigen Situation, die Wünsche der jungen Mitarbeiter zu berücksichtigen, ohne zugleich die Mitarbeiter der älteren Generation zu benachteiligen. Während Digital Natives mit neuen Medien ganz unbefangen umgehen, haben ältere Beschäftigte hier oft Berührungsängste.

Die Zukunft Ihres Unternehmens liegt in den Digital Natives. Sie kommen nicht umhin, sich mit den besonderen Bedürfnissen dieser Gruppe auseinandersetzen. Ihre Ansprüche sind hoch. Nur die Unternehmen, die sich darauf einstellen, haben eine Chance zu überleben. Alle übrigen werden enorm unter Personalmangel zu leiden haben.

So ticken Digital Natives

Die Generation Y hat völlig andere Erwartungen an Führung und Unternehmenskultur als ihre Vorgänger. Sie hält nichts von Rangordnungen und Befehlsketten. Sie will verstehen, angemessen beteiligt und nach ihrer Meinung gefragt werden. Darum schätzt sie flache Hierarchien und eine Zusammenarbeit im Team.

Digital Natives kommunizieren über Facebook und arbeiten über Onlineplattformen wie huddle.net und dropbox.com gemeinsam an Projekten. Termine werden über doodle.com koordiniert. Der Austausch von Informationen erfolgt via App.

Für viele Digital Natives ist Arbeit keine Pflicht mehr. Der Job soll der Selbstverwirklichung dienen. Dementsprechend haben sie auch andere Wertvorstellungen: Flexible Arbeitszeiten, Ortsunabhängigkeit und Work-Life-Balance sind vielen wichtiger als Beförderungen und Gehaltserhöhungen.

Oft wünschen sich jüngere Generationen auch einen Arbeitgeber, der eine Vision verfolgt. Sie verlangen nach Sinnhaftigkeit und wollen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Das reine Profitdenken liegt ihnen nicht. Um Digital Natives als Mitarbeiter zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden, muss man ihnen vor allem ideelle Werte bieten.

Die junge Generation fordert mehr Freiräume ein, ist dabei aber bereit, diese mit hohem Einsatz und Engagement zu belohnen. Vertrauen Sie ihren Mitarbeitern, dass sie Aufgaben selbstständig ausführen können, nachdem Sie die Richtung vorgegeben haben. Freiräume bedürfen klarer Regeln: Was wird erwartet? Welche Aufgaben müssen bis wann erledigt werden? Welche Konsequenzen hat das Scheitern? Antworten auf Fragen wie diese müssen Führungskräfte genau festlegen.

Recruiting 2.0 – So gewinnen und halten Sie Digital Natives

Um Vertreter der Generation Y als Mitarbeiter gewinnen zu können, ist es wichtig, deren Erwartungen zu erfüllen. Aufgrund des besonderen Mediennutzungsverhalten der Digital Natives sind Stellenanzeigen in klassischen Medien für die Personalbeschaffung nicht mehr ausreichend.

Soziale Netzwerke sollten angesichts ihrer aktuellen Bedeutung auch beim Recruiting eine wichtige Rolle spielen. Viele Unternehmen haben das erkannt und schreiben offene Stellen sowohl in den klassischen Jobbörsen als auch in den sozialen Netzwerken aus. Damit erreichen sie diejenigen Kandidaten, die sich nicht mehr nach traditionellen Anzeigen umsehen.

Wenn Sie in Social-Media-Kanälen annoncieren, gilt es jedoch Inhalt und Form offener zu gestalten. Kommunikation funktioniert nur in Abhängigkeit vom Kontext. Übernehmen Sie darum nicht einfach die traditionelle Aufmachung Ihrer Stellenanzeigen. In sozialen Netzwerken erzielen Sie sonst nicht die erhoffte Wirkung.

Richten Sie auf Ihrer Webseite ein attraktives, multimedial aufbereitetes Portal mit zahlreichen Verlinkungen ein. Weisen Sie dort auf offene Stellen oder geplante Veranstaltungen hin und veröffentlichen Sie Neuigkeiten über das Unternehmen. So werden Sie für die junge Generation interessant. Auch durch Aktivität in den neuen Medien (Youtube, Facebook, Twitter etc.) können Sie auf sich aufmerksam machen.

 

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