Das Leben von O.J. Simpson ist von einer grandiosen Karriere als Footballheld und einem tiefen Fall geprägt. Die Lichtseiten seines Lebens waren seine Sportlerkarriere als einer der besten Runnigbacks aller Zeiten im American Football und seine Leistung als Schauspieler in Komödien wie „die Nackte Kanone“. Dann kam der Absturz durch einen weltweit medial verbreiteten Mordprozess und schließlich die Verurteilung wegen Raubüberfalls und Geiselnahme. Als Abwechslung zur Examensvorbereitung wird nun der spektakuläre Mordprozess gegen O.J. Simpson vorgestellt, anhand dessen ein Blick auf das amerikanische Strafjustizsystem geworfen wird.
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Bild: “O.J.Simpson” von Charles LeBlanc. Lizenz: CC BY 2.0

Bild: “O.J.Simpson” von Charles LeBlanc. Lizenz: CC BY 2.0


Biografie

Das sportliche Talent des 1947 in San Francisco geborenen Orenthal James Simpson wurde schon früh entdeckt. So spielte er schon im College erfolgreich American Football, wurde mit Sportstipendien gefördert und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Mit 22 Jahren begann er seine Profikarriere in der National Football League (NFL) bei den Buffalo Bills. Dort begeisterte er das Publikum mit seinen Leistungen als Runnigback und stellte zahlreiche, bis heute geltende Rekorde auf. Parallel verfolgte er seine Schauspielkarriere und dürfte insbesondere durch seine Rolle in „die Nackte Kanone“ auch in Deutschland bekannt sein.

Mordprozess

O.J. Simpson wurde 1994 wegen Mordes an seiner Ex-Frau Nicole Brown Simpson und Ronald Goldman angeklagt. Der Prozess erregte in den Medien und in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit und wurde live im Fernsehen übertragen. Insbesondere die Öffentlichkeit nahm den Prozess auch als „Rassenkonflikt“ war. Obwohl an Simpsons Kleidung in seinem Haus Blutspuren der Opfer und umgekehrt im Haus der Opfer Blutspuren von Simpson gefunden wurden, lautet das Urteil der 12 Geschworenen am 3. Oktober 1995 einstimmig: „Unschuldig“. Trotz 488 Beweisstücken und 72 Zeugen, die die Anklage in den Prozess einbrachte, war nach Interpretationen von Prozessbeobachtern auschlaggebend, dass Simpson ein Handschuh mit Blutspuren der Opfer nicht passte.

Geschworenengerichte in den USA

Reicht die Staatsanwaltschaft im amerikanischen Strafprozess die Anklage ein, wird als nächstes von der Staatsanwaltschaft und dem Angeklagten die Jury ausgewählt. In den USA hat jeder Angeklagte ein von einem Zusatzartikel garantiertes Recht auf ein Geschworenengericht. Dieses entscheidet über die Schuld des Angeklagten. Problematisch daran ist, dass den Geschworenen meistens kriminalistische Kenntnisse und Erfahrungen fehlen. Die Bedeutung von Beweismitteln wie DNA-Spuren, Fingerabdrücken, Zuverlässigkeit von Zeugenaussagen können diese nur schwer einschätzen. Auch sind diese im Prozess empfänglicher von Manipulationen durch die Staatsanwaltschaft und die Verteidiger. So drehte sich der Mordprozess im Fall Simpson viel um Rassismus der Polizeibehörden und emotionale Faktoren.

Rolle der Medien

Die Medien spielen in dem Mordprozess eine eher unrühmliche Rolle. Sowohl die Verfolgungsfahrt vom Hauptverdächtigen Simpson und der Polizei quer durch Los Angeles, als auch der Gerichtsprozess wurden live im Fernsehen übertragen. Die Urteilsverkündung wurde von 9 Fernsehanstalten live übertragen. Zudem wollte O.J. Simpson nach dem Prozess sein Buch mit dem makabren Titel „If I did it“ veröffentlichen, in welchem er hypothetisch beschreibt, wie er sich als Täter verhalten hätte und erhielt dazu zunächst auch in den Medien Raum zur Bewerbung des Buchs. Auf die Gefühle der Angehörigen der Opfer nahmen die Medien wenig Rücksicht, was diesen viel Kritik einbrachte.

Zivilprozess

Trotz des Freispruchs im Strafverfahren wurde O.J. Simpson von einem Zivilgericht zur Zahlung von 33,5 Millionen US-$ Schadensersatzes an die Angehörigen der Opfer verurteilt. Denn die Maßstäbe der Zivilgerichte sind bei der Ermittlung der Schuld geringer als im Strafprozess. Simpson weigerte sich allerdings den Schadensersatz zu zahlen, sodass schließlich den Angehörigen die Rechte an Simpsons Buch „If I did it“ zugesprochen wurden. Es wurde 2007 unter dem Titel „If I did it- Confessions of the Killer“ veröffentlicht.

Fazit

Trotz des Freispruchs im Mordprozess sitzt O.J. Simpson derzeit in Haft. Denn er wurde wegen eines bewaffneten Raubüberfalls und Geiselnahme in Nevada 2008 zu mindestens 9 Jahren und maximal 33 Jahren Haft verurteilt. Weshalb ein Multimillionär, der mit Glück einer Verurteilung wegen Mordes entkommen ist, im Alter von 60 Jahren eine solche Tat begeht, kann wohl nur O.J. Simpson selbst beantworten.

Quellen

 

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