Jedes Jahr geht er von Neuem los, der Run auf die beliebten aber sehr begrenzten Medizinstudienplätze in Deutschland. Dabei hat sich die Lage über die letzten Jahre immer weiter zugespitzt. Während die Notengrenze für die Abiturbestenquote in den letzten Jahren unverändert bei 1,0 bis 1,2 lag, wird es immer schwerer, über die Wartezeit und die Auswahlverfahren der Hochschulen Erfolg zu haben. Viele Universitäten haben mittlerweile Vorauswahlverfahren, die Bewerber nur noch ab einer bestimmten Abiturnote annehmen. Eine Alternative zu unsicheren Wartezeiten ist das Medizinstudium in Ungarn. Ob sich der Aufwand lohnt und womit man rechnen muss, erfahren Sie hier.
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Bild: “Budapest by night – Le Parlement – photo picture image photography” von www.SuperCar-RoadTrip.fr. Lizenz: CC BY 2.0


Hier zählt nicht nur die Note

Da das Studium in Ungarn stark naturwissenschaftlich geprägt ist, wird bei der Bewerbung vor allem auf Erfahrung in diesem Feld geachtet. So werden Naturwissenschaften als Leistungskurs, belegte Vorkurse oder Nachweise aus einem anderen naturwissenschaftlichen Studium positiv angerechnet.

Außerdem ist es von Vorteil, wenn man bereits in einem medizinischen Beruf tätig war, sein Pflegepraktikum oder den Zivildienst abgeleistet hat. Insgesamt kommen auf einen Studienplatz hier zwei Bewerber, während es in Deutschland etwa 5 Bewerber pro Platz sind. Medizin studieren kann man in Ungarn außer in Budapest auch noch in Pécs und Szeged.

Da der Einstieg ins Studium und die naturwissenschaftlichen Fächer in Ungarn sehr zügig ist, empfiehlt die Universität selbst, an einem einjährigen Vorbereitungskurs am McDaniel College Budapest Campus teilzunehmen. Die Gebühren betragen derzeit 7490 Euro für die 2 Semester, inklusive Anmeldung und Bücher. Laut Angaben der Semmelweis Universität liegt die Erfolgsquote für eine Bewerbung nach dem Vorbereitungsjahr bei 90%.

Die Bewerbung läuft vor allem über ein Online-Formular, weitere Unterlagen müssen dann schriftlich nachgereicht werden. Dabei wird eine Bewerbungsgebühr von 200 Euro fällig. Praktisch ist, dass man Mitte Juli Bescheid bekommt, ob die Bewerbung erfolgreich war, also noch vor den meisten Bekanntgabeterminen in Deutschland. Allerdings bekommt man nicht alles zurückerstattet, wenn man die Bewerbung zurückzieht oder doch einen Studienplatz in Deutschland erhält. So verliert man zum Beispiel 800 Euro beim Zurückziehen der Bewerbung, die die Universität dann zurückbehält.

Unterricht auf Deutsch

Ein Vorteil in Ungarn gegenüber anderen Alternativen im Ausland ist sicher, dass man neben der Hürde des schweren Medizinstudiums nicht auch noch eine neue Sprache lernen muss. Unterrichtet wird in Deutsch und mit deutscher Fachliteratur. Es wird sich streng an die empfohlene Literatur gehalten, sodass es anders als in Deutschland wenig sinnvoll ist, sich auf Kompaktbücher oder Lernprogramme zu verlassen.

Dafür sind die Gruppen in denen gelernt wird sehr überschaubar und die Betreuung gut. Die Jahrgänge sind kleiner und man lernt in der Regel in Gruppen von 20 Leuten, die von einem Professor betreut werden. So ist es anders als in Deutschland möglich, über die Zeit in einem engen Kontakt mit Lehrpersonen zu stehen.

Neben weniger Anonymität sind die Prüfungen oft besser strukturiert. Die regelmäßigen Testate zwingen dazu, im Stoff zu bleiben und für das mündliche Physikum gibt es einen konkreten Katalog. In Deutschland sind Studierende hier oft auf Altprotokolle angewiesen, was mehr Unsicherheit mit sich bringt.

Mit diesen Kosten muss man rechnen

Günstig ist das Medizinstudium in Ungarn nicht. Die Gebühren sind in Budapest, Pécs und Szeged in etwa gleich und belaufen sich im Schnitt auf 6.600 Euro pro Semester. Hinzu kommen Kosten für Bücher und Miete. Die Mietpreise kann man mit einer mittelgroßen Stadt in Deutschland vergleichen, in Budapest findet man ein Zimmer zwischen 200 und 300 Euro kalt. Über die Semmelweis Universität werden Zimmer vergeben.

Wenn man privat sucht, sollte man auf versteckte Maklergebühren achten. Viele Vermieter bieten zudem nur 1-Jahreverträge an, sodass man evtl. doppelt zahlen muss, wenn man im laufenden Vertrag einen Platz in Deutschland bekommt und sein Zimmer nicht los wird. Die Lebenshaltungskosten sind dafür im Vergleich zu Deutschland gering, sodass sich mit wenig Geld eine hohe Lebensqualität erreichen lässt und regelmäßiges Essen gehen möglich ist.

Wie der Absprung gelingt

Theoretisch kann man in Ungarn zu Ende studieren und dort sein Diplom machen, oder auch promovieren. Zurzeit wird das Diplom in Ungarn und in anderen EU-Ländern anerkannt. Aufgrund der hohen Gebühren wollen die meisten aber den Absprung früher schaffen. Es empfiehlt sich sogar, vor dem Physikum zu wechseln, da es aufgrund der Einführung der Reformstudiengänge an vielen medizinischen Fakultäten in Deutschland immer schwieriger wird, das Physikum aus Ungarn anerkannt zu bekommen.

Selbst wenn das Physikum anerkannt wird, kommt es nach dem Physikum oft zu Wartezeiten, da auch Bewerber mit Teilstudienplätzen in Deutschland um die begehrten Klinikplätze konkurrieren. Eine Möglichkeit ist, sich dann in Deutschland einzuklagen. Während entsprechende Institutionen vor Jahren noch Garantien für einen Studienplatz gaben, halten sie sich aufgrund der verschärften Situation eher bedeckt und raten zum rechtzeitigen Absprung.

Um sich nach einem Studium in Ungarn in Deutschland neu zu immatrikulieren, braucht man dann einen sogenannten Anrechnungsbescheid, den man in der jeweiligen Behörde des Bundeslandes bekommt, in dem man geboren wurde.

Fazit

Ein wasserdichter Einstieg ist ein Medizinstudium in Ungarn also nicht mehr, in jedem Fall hat man aber einen Fuß in der Tür. Die Wahrscheinlichkeit irgendwann in Deutschland Medizin studieren zu können, erhöht sich beträchtlich und man hat die Möglichkeit, überhaupt Nachweise im Studiengang Medizin zu erbringen.

Und wenn man bedenkt, dass man mittlerweile selbst bei 6 Jahren Wartezeit in Deutschland noch einen Schnitt von 1,9 braucht, ist es eine Alternative für diejenigen, die weit darunter liegen und sonst überhaupt keine Chance hätten.

Für eine Menge Geld bekommt man auch qualitativ guten Unterricht, bei guter Lebensqualität. Mit dem Ruf eines „erkauften“ Studiums muss man eher nicht rechnen. Das Medizinstudium in Ungarn übersteigt oft die Anforderungen, die in Deutschland an Medizinstudendenten gestellt werden, sodass man mit dem Bestehen seine Eignung beweist.

Weitere Informationen unter:

www.semmelweis-medizinstudium.org




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