Die Vorbereitung auf das zweite juristische Staatsexamen ist eine stressige und zeitraubende Angelegenheit, da sie parallel zum Referendariat ablaufen muss. Aktuelle und verlässliche Literatur ist dementsprechend eines der wichtigsten Hilfsmittel für den angehenden Volljuristen oder die angehende Volljuristin. Mithilfe eines Referendars haben wir Ihnen hier, die zur Zeit besten Werke zur Vorbereitung zusammengestellt. 
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Bibliothek - Literatur für das Staatsexamen

Bild: “Adelaide City Library” von Jon Westra. Lizenz: CC BY-ND 2.0


Das Examen baut auf das bereits erworbenem Wissen auf. In den Klausuren wird von den Kandidaten erwartet, konkrete rechtliche Problemfälle zu lösen. Entscheidungen müssen getroffen werden, die nicht nur formal korrekt, sondern auch klar aufgebaut, nachvollziehbar begründet und praktisch verwertbar sein muss.

Die Auswahl der passenden Bücher für die Vorbereitung dieser Aufgabe ist für Referendare durchaus kniffelig, denn das Angebot ist groß und die Ansprüche und Erwartungen an die Literatur unterschiedlich. Hier möchten wir eine Literaturliste vorstellen, die verschiedene Bedürfnisse abdeckt und somit allen Lern- und Charaktertypen etwas zu bieten hat, denn das EINE Buch gibt es wie üblich natürlich nicht.

Die Inhalte des zweiten juristischen Staatsexamens

Inhaltlich bezieht sich die zweite Staatsprüfung auf die traditionellen drei Teilgebiete: Zivilrecht, Strafrecht und öffentliches Recht. Nach diesen Fachgebieten ist dementsprechend auch die Literatur unterteilt. Es gibt jedoch noch eine weitere Unterteilung, die sich an der Prüfung orientiert: die Differenzierung zwischen Literatur für die Klausurvorbereitung und Literatur zur Vorbereitung der mündlichen Prüfung.

I. Strafrecht

Im strafrechtlichen oder staatsanwaltlichen Teil des zweiten Staatsexamens können verschiedene Anforderungen auf den Kandidaten zukommen. Es ist unumgänglich, sich auf staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren, Strafurteile erster Instanz oder eine Revisionsklausur vorzubereiten – kurz, alle Eventualitäten abzudecken.

Auf keinen Fall darf ein Schwerpunkt in der Vorbereitung vernachlässigt werden, weil dieser in der alltäglichen Arbeit des Referendars nicht auftrat. So sind Revisionen in der Regel kein Gegenstand, zu dem Referendare das erworbene theoretische Wissen praktisch einsetzen können; in der Assessorprüfung kann eine Prüfungsaufgabe jedoch durchaus dieses Thema behandeln.

Die Skripte von Brößler/Mutzbauer und Wankel/Demmel/Hammer beschäftigen sich fokussiert mit dem Thema Revision und sind diesbezüglich zu empfehlen. Natürlich sind auch allgemeinere Schriften nicht zu verachten, um eine umfassende Klausurvorbereitung zu betreiben.
Das populäre Skript von Kaiser/Bracker basiert hier primär auf der Auswertung von Examensklausuren. Somit werden häufig auftretende Problemstellungen konkret besprochen.

Eine Alternative bietet Wolters oder das Lehrbuch von Haller/Conzen. Doch auch speziellere Literatur kann ihren Nutzen haben. Referendare, die sich eine Übersicht über strafrechtliche Sanktionen wünschen, sind mit Meier gut beraten. Wer hingegen einen intensiven Einblick in das Jugendstrafrecht wünscht, sollte zu Streng greifen.

Wie bereits angedeutet, ist die Klausurvorbereitung nur die halbe Miete. Auch die mündliche Prüfung muss akkurat erarbeitet werden. Hilfreich ist hierbei Willanzheimer, welcher einen besonders realistischen Einblick in das Prüfungsgespräch bietet.

II. Zivilrecht

Der Definition nach befasst sich das Zivil- oder Privatrecht mit Rechtsbeziehungen zwischen Personen. Selbstverständlich ergibt sich daraus ein sehr breites Feld, das gewissenhaft vorbereitet werden muss, wenn das zweite Staatsexamen ansteht. Daher bietet es sich hier an, mehrere Literaturangebote durchzuarbeiten und auch ruhig ein wenig ausführlicher ins Detail zu gehen.

Allen Anfang macht natürlich die Zivilprozessordnung, auf die sich Referendare hervorragend mit Kaiser/Kaiser/Kaiser oder Anders/Gehle vorbereiten können. Eine günstige Alternative zu Anders/Gehle ist Knöringer. Sind speziellere Lektüreangebote gefragt, kommt es auf den benötigten Schwerpunkt an, den jeder Referendar selbst festlegen muss.

Um gleich auf die heißbegehrten Kaiser-Skripte zu kommen, so habe ich bisher vor allem „Die Zivilgerichtsklausur im Assessorexamen” von den drei Kaisern konsumiert.

Wir raten jedoch dringend dazu, das äußerst komplizierte und umfangreiche Zwangsvollstreckungsrecht gesondert einzubeziehen und dabei Brox/Walker zu Rate zu ziehen. Sicherlich keine günstige Anschaffung, allerdings eine, die sich auszahlt, wenn richtig genutzt.

In der Regel findet die Vorbereitung auf das Examen nicht allein statt, sondern spielt sich ebenso in der Arbeitsgruppe der Referendare ab. Die Diskussionssituationen sind hierbei essentiell für die Entwicklung eines intuitiven juristischen Verständnisses. Um diese Situationen herbei zu führen, sind die Fallkonstruktionen von Tempel/Graßnack/Kosziol/Seyderhelm perfekt geeignet.

Ein sehr interessantes Buch ist auch „Juristische Arbeitstechnik in der Zivilstation“ von Olivet, wo anhand eines Streitfalls Theorie und Praxis vermittelt werden sollen.

III. Öffentliches Recht

Ebenso wie das Zivilrecht, ist auch das Öffentliche Recht ein breites Fachgebiet, das den Referendar schnell zur Verzweiflung bringen kann. Daher ist auch hier eine intensive Auseinandersetzung mit verschiedenen Lehrbüchern und Skripten ratsam. Darüber hinaus sollte auch entfernteren Gebieten Beachtung geschenkt werden, wie zum Beispiel dem Beamtenrecht oder dem Naturschutzrecht.

In den Klausuren und in der mündlichen Prüfung könnte dieses spezielle Wissen, wenn abrufbar, sehr nützlich sein. Zu empfehlen ist das Lehrbuch von von Kintz sowie das Werk von Ramsauer. Es kommen aber ebenso zwei Skripte in Frage, die den öffentlich-rechtlichen Teil der Examensvorbereitung betreffen: Kaiser/Köster und Decker/Konrad.

IV. Der Kurz- oder Aktenvortrag

Viele Referendare sind wegen dem bevorstehenden Kurz- oder auch Aktenvortrag nervös. Dabei gilt auch hier das Motto „Übung macht den Meister“. Kein Material kann das freie Sprechen ersetzen, aber ein Werk wie Pagenkopf/Pagenkopf/Rosenthal schärft den Blick für das Wesentliche, trainiert sprachlichen Ausdruck und Zeitgefühl und vermittelt Sicherheit.

Kaiser/Schöneberg führen den Referendar darüber hinaus sanft in die Materie ein, da der Kurzvortrag eine besondere Form der Vortragsweise ist. Allerdings konzentriert sich letzteres auf das Strafrecht, während ersteres konkrete Beispiele aus allen drei Teildisziplinen bietet.

Abschließende Tipps

Obwohl die Literatur für den Referendar ein wichtiger Bezugspunkt für Wissen ist, ist auch uns bewusst, dass die Kosten für die Werke oftmals die verfügbaren Mittel übersteigen. Daher möchten wir darauf hinweisen, dass einige Bücher auch gebraucht gekauft werden können.

Auf entsprechenden Plattformen findet sich das benötigte Material, wenn auch nicht immer in der aktuellsten Ausgabe. Doch sofern keine entscheidenden Reformen vorgenommen wurden, ist dieses immer noch gültig.

Außerdem ist es wichtig, dass Referendaren bewusst ist, dass das Lernpensum kaum allein zu bewältigen ist. Die Arbeitsgruppe ist eine Möglichkeit, die dabei helfen kann, komplizierte Fallkonstruktionen besser zu begreifen und bestimmte Sachverhalte aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Das richtige Maß an selbstverantwortlichem Lernen und dem Lernen in der Gruppe kann die Leistungen eines Einzelnen beträchtlich erhöhen.

Zu guter Letzt bleibt zu sagen, dass es das perfekte Buch nicht gibt. Es sollte geschaut werden, welches Buch bestimmte Themen besser darstellt.




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