Unser Blogautor Stefan macht zurzeit ein Auslandssemester in Schweden und berichtet heute von seinen Erfahrungen im Land der Elche.
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Elch in Schweden


Schweden im September

Im September habe ich meinen Schreibtisch in Leipzig verlassen und berichte seitdem aus Schweden.

„Schweden im Winter? Hast du dir das gut überlegt?“ Viele Freunde und Bekannte waren überrascht, als ich ihnen von meinen Plänen erzählte, für das Wintersemester Leipzig zu verlassen und meine Zelte im südschwedischen Växjö an der Linnéuniversitetet aufzuschlagen. Doch bis jetzt haben mich Schnee, Eis und andere schwedische Winterklischees verschont. Stattdessen freue ich mich jeden Tag über eine moderne Uni, atemberaubende Natur und schwedische Gepflogenheiten. Eine davon ist die traditionelle fika.

Fika, das steht für ein Stück schwedische Kultur. Die Idee dahinter ganz simpel. Die fika ist nichts anderes als eine Kaffeepause – egal zu welcher Zeit und mit wem. Selbst wer keinen Kaffee mag, macht mit. Die Tradition macht auch vor der Uni keinen Halt. Nach einer Stunde im Seminar sagen meine Dozent regelmäßig: „So, ich glaube jetzt ist Zeit für eine Pause. Holt euch erst mal einen Kaffee.“ Dadurch, und nicht zuletzt wegen des konsequenten Duzens – das ebenfalls ein fester Teil der schwedischen Gesellschaft ist – entsteht eine ganz entspannte Atmosphäre.

Studieren im Möbelhaus

Linnéuniversitetet in Växjö

Hell und modern: Die Uni-Bibliothek in Växjö.

Und auch sonst ist das Lernen an schwedischen Unis anders als an deutschen. Der größte Unterschied liegt wohl bei der zeitlichen Planung der Kurse. Anstatt mehrere Seminare oder Vorlesungen in einer Woche das ganze Semester über zu haben, geht hier alles der Reihe nach. Wenn ein Kurs nach fünf Wochen vorbei ist, kommt der nächste. Trotzdem liegt die Wochenstundenzahl für Präsenzveranstaltungen selten über fünf Stunden. Das heißt aber nicht, dass man mehr Freizeit hat. Stattdessen wird viel mehr Wert auf das Selbststudium gelegt.

Das geht natürlich am besten in der Uni-Bibliothek. Da die Linnéuniversitetet in Växjö erst vor einigen Jahren aus einer Zusammenführung von zwei Hochschulen entstanden ist, sind die Gebäude modern und auf dem neusten Stand der Technik. Ein Teil des Komplexes wurde sogar vom schwedischen Möbelriesen Ikea gesponsert. Gleichzeit wird viel Wert auf schwedisches Understatement gelegt. Deshalb vermischen sich moderne Glasfassaden mit der traditionelle Holzbauweise, sodass der Campus einen ganz besonderen Charme hat.

Karten, Karten, Karten – und ein Elch

Holzhäuser in Schweden

Schweden wie aus dem Bilderbuch. Rote Holzhäuser und eine tolle Natur lassen den Unistress schnell vergessen.

Wer den ganzen Tag gelernt hat, möchte den Abend natürlich nicht alleine zu Hause verbringen. Hier ist das Angebot in der 60.000 Einwohner-Stadt zugegeben recht überschaubar. Am beliebtesten sind die zwei Klubs auf dem Campus, der etwas außerhalb der Stadt liegt. Auch hier offenbart sich eine Besonderheit im schwedischen Studentenleben: Eintritt gibt es nur für Mitglieder. Um in die Klubs zu kommen, muss man nicht nur eine Mitgliedskarte der union haben, einer Art Studentenvertretung ähnlich den deutschen AStAs, sondern auch Mitglied in einer Verbindung sein. Hinzu kommen noch Bibliotheksausweis, Zutrittskarte für die Gebäude, Mitgliedskarte für die Vereinigung ausländischer Studenten sowie diverse Rabattkarten für Cafés und den Nahverkehr. Dadurch ist der Umfang meines Portemonnaies auf eine stattliche Größe angewachsen.

Elch in Schweden

Erwischt – wenn auch nur hinter einem Zaun im Elchpark.

Falls man den Tag jedoch nicht in der Bibliothek verbringt, lockt rund um Växjö eine beeindruckende Natur. Schweden wie im Bilderbuch. Die Kleinstadt ist umgeben von Seen und Wäldern. Genau der richtige Ort, um zu entspannen und bei kalter, klarer schwedischer Winterluft den Kopf klar zu bekommen. Um das Schweden-Erlebnis jedoch perfekt zu machen, fehlt mir noch eine Sache: Elche in freier Wildbahn. Angeblich soll es etwa 300.000 frei lebende Elche in Schweden geben, meine Elchsafaris waren bis jetzt jedoch erfolglos. Immerhin: In der Nähe von Växjö gibt es einen Elchpark, sodass ich doch noch zu meinem obligatorischen Elch-Foto gekommen bin.

 

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