Ein bekanntes Alltagsbild – der Lippenherpes. Wenn nicht aus eigener, leidvoller Erfahrung, dann begegnet er einem bläschenförmig auf vielen Gesichtern jeden Tag. Schuld ist vorrangig das Humane Herpesvirus HHV 1 , (Herpes, gr. für „kriechend“) aus der Familie der Herpesviren 1-8, welches nach einer Erstmanifestation lebenslang durch bestimmte Stressfaktoren reaktiviert werden kann. Nachfolgend können Sie sich einen kurzen Überblick über diese „Volkskrankheit“ verschaffen, auch die gravierendere Verlaufsform Stomatitis aphtosa wird mit einem kleinen Fallbeispiel angesprochen.
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Bild: „Kiss“ von Walt Stoneburner. Lizenz: CC BY 2.0


Infektionsweg und bekannte Trigger von HHV 1

Durch Schmierinfektion und Speichelkontakt verbreitet sich das Virus leicht im familiären oder auch kollegialen Umfeld. Schon in der griechischen und römischen Antike war bekannt, dass die „Bläschenkrankheit“ u.a. durch Küssen übertragen wird.

Bei Immunkompetenten läuft die Erstinfektion meist „stumm“ ab, erst durch nachgewiesene Trigger hervorgerufener Stress bei insuffizienter Immunabwehr verursacht einen Ausbruch. Dazu gehören UV-Strahlung, akute emotionale Belastung, fieberhafte Infekte oder bei Frauen die Menstruation.

Die HHV persistieren als DNA-Viren charakteristischerweise lebenslang im Körper. Fast 100% der deutschen Bevölkerung ist asymptomatisch verseucht, wobei die Speicherung des HHV in den Neuronen stattfindet. Ebenfalls zeigt das Virus eine altersspezifische Seroprävalenz. Nach dem Ende der Pubertät steigt diese nur noch geringfügig weiter an.

Krankheitsbild erkennen

Da der Übergang zwischen Lippenrot und Haut mit einer hohen Anzahl an sensorischen Nervenenden ausgestattet ist und dies eine günstige Vermehrungszone für das HHV 1 darstellt, ist dies präferierter Manifestationsort für die Bläschenbildung.

Diese sind mit einem hochinfektiösen Exsudat gefüllt, welche das Virus in sehr hoher Konzentration enthalten und können auch mit Bakterien (vor allem Staphylococcus Aureus) superinfiziert werden. Gerade bei Kindern ist der Verlauf oft gravierender – mit Fieber, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit.

Neben der klassischen Lokalisation am Mund können auch Schleimhaut und Zahnfleisch oder gänzlich andere Hautpartien befallen sein, wobei dann Differentialdiagnosen wie Herpes Zoster in Betracht zu ziehen sind.

Schwere Verlaufsform Stomatitis aphtosa (Mundfäule)

„Ein 2-jähriger Junge mit Fieber bis 38,9 °C verweigert die Nahrungszufuhr. Die gesamte Mundschleimhaut ist gerötet, das Zahnfleisch geschwollen. Auf Lippen, Zunge, Wangenschleimhaut und Gaumendach finden sich kleine, konfluierende und zum Teil zerplatzte Bläschen.“

Dieses kurze Fallbeispiel zeigt die Klinik einer Stomatitis aphtosa, die vorwiegend bei Kindern und Immunsupprimierten auftritt. Die Behandlung würde im vorliegenden Fall symptomatisch erfolgen: fiebersenkende Medikation und lokale Anästhetika, in sehr schweren Fällen wird auch Aciclovir verabreicht.

Die Gefahr einer Dehydration kann gegeben sein, da durch die Schmerzen im Mund- und Rachenbereich oft Flüssigkeit und Nahrung von den kleinen Patienten verweigert wird.

Wie gehen Sie therapeutisch vor?

Da die HHV nur in der Replikationsphase gehemmt werden können, ist ein möglichst früher Behandlungsbeginn mit Virostatika indiziert! Patienten, die gehäuft unter Herpes labialis leiden, erkennen meist die allgemeinen Frühsymptome selbst wie Pochen, unangenehmes Ziehen oder Kribbeln der betroffenen Stelle.

Schulmedizinische Standardmedikation bei Erwachsenen stellt die Gabe der Antimetaboliten Aciclovir oder Valaciclovir in Tablettenform oder als Creme dar. Im Regelfall heilen die Bläschen nach 10-14 Tagen ohne Narbenbildung aus.







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