Unzählige Stunden in der Universitätsbibliothek verbracht und am Ende stehen wieder nur 4 Punkte unter der Klausur. Dies dürfte vielen Jurastudierenden bekannt sein. Dabei mangelt es nicht unbedingt an Fleiß und Willen. Um in den Prädikatsbereich der magischen 9 Punkte aufzusteigen, muss auch das Handwerk des Klausurschreibens beherrscht werden. Übung macht den Meister, doch wer von Anfang an die häufigsten Fehler vermeidet, kommt noch schneller an ein „Vollbefriedigend“ unter der Klausur.
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Fehler Nr. 1: Unvollständige Klausur

Zugegeben, oft ist die Zeit in juristischen Klausuren sehr knapp bemessen. Schon deshalb ist es entscheidend, die wichtigsten Definitionen und Aufbauschemata auswendig zu kennen. Zusätzlich kommt es auf ein gutes Zeitmanagement an: Nur wer ein vollständiges Gutachten abgibt, hat die Chance auf eine gute Note. Die meisten Studierenden geben nur eine unvollständige Klausur ab.

Oft wird der erste Teil sehr ausführlich bearbeitet und es verbleibt ungenügend Zeit für den Rest der Klausur. Dabei sind die punkteträchtigen Probleme oft am Ende einer Klausur zu finden, wie beispielsweise die Verhältnismäßigkeitsprüfung in einer Grundrechteklausur.

Tipp: Beim Anfertigen der Lösungsskizze einen Zeitplan für die verschiedenen Abschnitte der Klausur erstellen.

Fehler Nr. 2: Fehlende Schwerpunktsetzung

Jede Juraklausur enthält einige Schwerpunkte. Dies scheint von vielen Klausurbearbeitern konsequent ignoriert zu werden. Dabei sind dies die Stellen in einer Klausur, in der es „Punkte regnen“ kann. Wird man hier ausführlicher und setzt sich mit den entscheidenden Argumenten auseinander, kann eigentlich wenig schiefgehen. Selbst wenn man von der Lösungsskizze abweicht, wird dies vom Korrektor respektiert. Schließlich wurde die eigene Ansicht fundiert begründet und wird daher meist als „vertretbar“ eingestuft.

Tipp: Beim Anfertigen der Lösungsskizze einige Stellen markieren, an denen ein Schwerpunkt gesetzt wird.

Fehler Nr. 3: Lehrbuchartige Ausführungen

Leider werden einige Bearbeiter manchmal zu ausführlich. Dann wird das Gutachten mit Informationen überfrachtet, die für den konkreten Fall ohne Bedeutung sind. Die Intention gelerntes Wissen zu teilen mag verständlich sein, viele Punkte kann man dafür jedoch nicht erwarten. Im Gegenteil, manche Korrektoren werden sogar Punkte abziehen. Denn der juristische Gutachtenstil soll eingehalten und nur für den Fall Relevantes erörtert werden.

Tipp: Immer den Gutachtenstil einhalten.

Fehler Nr. 4: Fehlendes Fachvokabular

Das juristische Fachvokabular muss sitzen. Werden die juristischen Fachtermini nicht genannt, wird schnell der Eindruck von Unwissenheit erweckt. Auf der anderen Seite sind Korrektoren auch nur Menschen. Sofern Sie das entscheidende Schlüsselwort im Gutachten identifiziert haben, wird meist nicht mehr genauer hingeschaut, ein Haken an den Rand gesetzt und weiterkorrigiert.

Tipp: Fachtermini auswendig lernen.

Fehler Nr. 5: Mangelnde Form

Es mag trivial anmuten, aber die Wirkung der Form einer Klausur sollte nicht unterschätzt werden. Das Hineinschreiben in den Rand, unleserliche Schrift und wilde Durchstreichungen sind weit verbreitet. Ein Korrektor, der mühsam die Handschrift entziffern muss, wird dem Bearbeiter bei der Notenvergabe nicht besonders wohl gesinnt sein.

Tipp: Auf eine ansprechende Form achten.

Fazit

Natürlich steht an erster Stelle immer das Lernen von juristischem Wissen. Doch wer in der Klausursituation die häufigsten Fehler vermeidet und sein Wissen auch ansprechend präsentiert, hat womöglich schon unter der nächsten Klausur ein „Vollbefriedigend“ stehen.

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