Die Software GIMP, die im Jahr 1998 erstmals veröffentlicht wurde, gehört neben Adobe Photoshop zu den bekanntesten Anwendungen für die Bildbearbeitung. Seit seiner Einführung hat sich das Programm weiterentwickelt und steht heute in puncto Funktionalität und Bedienung Photoshop kaum noch nach. GIMP hat zudem einen Vorteil gegenüber Photoshop: Es ist kostenlos! Wir stellen Ihnen die leistungsstarke Bildbearbeitungssoftware näher vor und erklären einige wichtige Funktionen.
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Bild: “gimp-splash” von Teo. Lizenz: CC BY 2.0

Die Manipulation oder Bearbeitung von Bildern ist so alt wie die Fotografie selbst. So wurden zum Beispiel zu Zeiten der analogen Fotografie verschiedene Negative übereinandergelegt und dann wiederholt belichtet, sodass komplett neue Bildkompositionen entstanden. Außerdem wurden Bilder retuschiert und koloriert. Seit der Einführung digitaler Bildbearbeitungsprogramme ist der Arbeitsaufwand für solche Aufgaben weit geringer geworden. Während dieses Feld früher Profis vorbehalten war, ist es heute für Hobbyanwender ein Leichtes, mit einem geeigneten Bildbearbeitungsprogramm Bilder zu optimieren oder zu manipulieren.

Vorreiter für viele inzwischen auf dem Markt erhältliche Programme war Photoshop aus dem Hause Adobe. Es wurde im Jahr 1990 mit der Version 1 für das Macintosh-Betriebssystem eingeführt und ist seit 1992 für Windows-Computer erhältlich. Auch wenn im professionellen Bereich noch immer weitgehend mit Adobe Photoshop gearbeitet wird, greifen inzwischen viele Anwender auf die freie Software GIMP zurück, für die es mittlerweile viele Anleitungen und Foren gibt.

Die Arbeitsoberfläche

Wenn Sie GIMP installiert haben und die Software zum ersten Mal starten, öffnet sich diese zunächst im sogenannten Mehrfenstermodus. Hier werden die Arbeitsfläche, der Werkzeugkasten und die Paletten in drei separaten Fenstern angezeigt. Dies hat Vorteile, denn so können Sie die Fenster jeweils an eine Position verschieben, die Ihnen zusagt, beispielsweise auf einen zweiten Monitor.

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Mehrfenstermodus von GIMP

Wenn Sie lieber im Einzelfenstermodus arbeiten, haben Sie seit GIMP 2.6 die Möglichkeit, diesen einzustellen. Klicken Sie dazu in der Hauptmenüleiste auf „Fenster“ und „Einzelfenster-Modus“.

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Veränderbare Arbeitsoberfläche über den Menüpunkt „Fenster“

GIMP legt daraufhin den Werkzeugkasten links und die Paletten rechts von der Arbeitsfläche ab. Sie können diese Anordnung allerdings im Mehrfenstermodus verändern und anschließend zum Einzelfenstermodus zurückkehren.

Auch die Breite von Werkzeugkasten und Paletten können Sie variieren. Gehen Sie dazu mit der Maus auf den Rand der jeweiligen Leiste, bis der Mauszeiger einen Doppelpfeil zeigt, und ziehen Sie diesen mit der Maus nach rechts oder nach links.

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Einzelfenstermodus von GIMP

Die Werkzeuge

Die wichtigsten Werkzeuge sind übersichtlich im Werkzeugkasten angeordnet und erklären sich zumeist über die verwendeten Symbole. Zusätzlich wird ein Tooltip mit erklärendem Text eingeblendet, wenn Sie mit der Maus über eines der Symbole fahren.

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Tooltip erklärt die Funktionen der Werkzeuge

Wenn Sie ein Werkzeug verwenden möchten, klicken Sie dieses mit der Maus an und stellen gegebenenfalls die Werkzeugeinstellungen ein, die Sie jeweils im unteren Teil des Werkzeugkastens finden.

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Mit ausgewähltem Werkzeug werden passende Optionen angezeigt.

Sie können den Inhalt des Werkzeugkastens passend zu Ihrer persönlichen Arbeitsweise verändern. Rufen Sie hierfür in der Hauptmenüleiste „Bearbeiten“ und „Einstellungen“ auf. Klicken Sie im geöffneten Dialogfenster „Einstellungen“ in der linken Spalte auf „Werkzeugkasten“. In der Liste unterhalb von „Konfiguration der Werkzeuge“ wählen Sie die benötigten Werkzeuge durch Aktivieren oder Deaktivieren des Augensymbols vor dem jeweiligen Eintrag aus oder ab.

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Dialogfenster „Einstellungen“

Wie in Photoshop, stehen Ihnen in GIMP zahlreiche Werkzeuge für die unterschiedlichsten Aufgaben zur Verfügung. Um Objekte freizustellen, können Sie beispielsweise die „Rechteckige Auswahl“ und die „Elliptische Auswahl“ für geometrische Formen, die „Freie Auswahl“ oder den „Zauberstab“ verwenden. Mit den Zuschneide- und Transformationswerkzeugen schneiden Sie Bilder zurecht oder drehen und verziehen diese. Die Farbwerkzeuge helfen beim Umfärben von Bildbereichen.

Für Retuschearbeiten enthält das Programm unter anderem Werkzeuge zum Klonen, Heilen, Weichzeichnen und Abwedeln.

Die Paletten

Wenn Sie bereits mit Photoshop gearbeitet haben, kennen Sie die Funktion der Paletten. In der Regel sind die Standardpaletten „Ebenen“, „Kanäle“, „Pfade“ und „Journal“ in vier Tabs in der rechten Leiste neben dem Arbeitsbereich angeordnet, der in GIMP „Dock“ genannt wird. Die verschiedenen Paletten werden durch Mausklick auf dem jeweiligen Tab geöffnet.

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Paletten, in GIMP „Dock“ genannt

Weitere Paletten können über die Hauptmenüleiste mit Klick auf „Fenster“ und „Andockbare Dialoge“ hinzugefügt werden.

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Weitere Dialoge über das Hauptmenü hinzufügbar

Sehr hilfreich ist vor allem die Arbeit mit der Ebenenpalette. Hierüber können einzelne Elemente eines Bildes bearbeitet werden, ohne dass das gesamte Bild verändert wird. Arbeitsvorgänge sind zudem durch Löschen einer Ebene unkompliziert revidierbar.

Durch das Kopieren von Bildern in Ebenen können diese einfach miteinander verbunden werden. Legen Sie beispielsweise unterschiedliche Ebenen für Helligkeit und Kontrast an, können Sie diese miteinander vergleichen und die beste Auswahl treffen.

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Für jeden Arbeitsschritt kann in GIMP eine neue Ebene erzeugt werden.

Das Hauptmenü

Im Hauptmenü verbergen sich weitere Werkzeuge sowie viele Funktionen, die Ihnen bereits aus anderen Programmen vertraut sind. Dazu haben Sie die Möglichkeit, erweiterte Optionen für die Ansicht und die Ebenen zu wählen, sowie die Bildgröße oder die Größe der Arbeitsfläche zu ändern. Im Menüpunkt „Farben“ finden Sie alle Optionen zum Anpassen von Helligkeit, Kontrast und Farbwerten.

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Belichtungswerkzeuge unter dem Menüpunkt „Farben“

Ein Mausklick auf den Hauptmenüpunkt „Filter“ öffnet eine weitere Liste von Möglichkeiten, Bilder zu optimieren oder zu verfremden. So entfernen Sie beispielsweise Bildrauschen, glätten Gesichter über die verschiedenen Weichzeichnungsfilter, fügen Lichteffekte über „Licht und Schatten“ hinzu oder verwandeln über die Kunstfilter Ihr Bild in ein Ölgemälde, einen Cartoon oder ein Foto im Vintage-Look. Die umfangreiche Liste der Filter lässt sich über den Plugin-Browser, den Sie unter dem Eintrag „Hilfe“ finden, unbegrenzt erweitern

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Menüpunkt „Filter“

Gut zu wissen

GIMP unterstützt eine Vielzahl von Grafikformaten, sodass problemlos Bildformate erkannt werden, die mit anderen Programmen erstellt oder bearbeitet worden sind, darunter Photoshop-Dateien. Bilder, die in kameraspezifischen RAW-Formaten vorliegen, können nach Installation des zusätzlichen UFRaw-Plugins ebenfalls ohne vorherige Konvertierung geöffnet und bearbeitet werden.

Die aktuelle Version von GIMP kann unter http://www.gimp.org für Linux, Mac OS und Microsoft Windows sowie als portable Version heruntergeladen werden.

UfRaw steht unter http://ufraw.sourceforge.net zum Download für Sie bereit.

Eine Modifikation von GIMP ist die Grafiksoftware Cine Paint für die Betriebssysteme Mac OS, Linux und BSD, die häufig von professionellen Anwendern in der Filmindustrie verwendet wird, sich jedoch auch für die Bildbearbeitung eignet.

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