Stellen Sie sich vor, Sie hätten Kinokarten gewonnen. Sogar Popcorn bekämen Sie kostenlos dazu. Würden Sie die Karten verfallen lassen, weil Sie erst zum Kino hinfahren müssen?
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Bild von Ryan McGuire


Sicher nicht. Den Gesundheitscheck kann man auch als Geschenkgutschein betrachten. Und der Film, der spielt, handelt auch noch von Ihnen. Nutzen Sie ruhig die Chance, einmal im Mittelpunkt zu stehen.

Überblick im Vorsorge-Dschungel

Immer mehr Krankheiten können gut behandelt werden, wenn sie nur früh genug diagnostiziert werden. Auch die gesetzlichen Krankenkassen haben dies erkannt und investieren einiges in gute Vorsorgeleistungen. Doch welche der Leistungen werden gezahlt und welche sind wirklich wichtig?

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zum Gesundheitscheck und weitere Vorsorgeleistungen im Überblick:

Der Checkup-35

Wenn Sie bereits das 35. Lebensjahr erreicht haben, gibt es für Sie die Möglichkeit, alle zwei Jahre einen umfangreichen Gesundheitscheck in Anspruch zu nehmen.

In einem ausführlichen Anamnese-Gespräch werden erbliche Risiken erkundet. Anschließend werden Sie „auf Herz und Nieren“ geprüft: Neben den wichtigsten Organen werden auch Ihre Körpermaße und Ihr Bewegungsapparat unter die Lupe genommen. Anschließend wird Ihnen Blut entnommen und auch eine Urinprobe müssen Sie abgeben.

Es folgt ein Gespräch, indem Ihnen Ihre Ergebnisse präsentiert und bestimmte Risiken und Empfehlungen genannt werden.

Das können Sie von Ihrem Arzt erwarten!

Während viele Menschen gar nicht zum Gesundheitscheck gehen, fühlen sich andere nicht genau genug untersucht. Folgt man den Fragen in Foren, so sind einige Menschen, die den Check durchgeführt haben, sehr unzufrieden mit der Leistung ihres Arztes. Nach nur fünf Minuten wäre alles vorüber gewesen.

In der Regel dauert der Check länger. Auch mit zehn Minuten ist es nicht getan. Die folgenden Leistungen können Sie von Ihrem Hausarzt erwarten:

Der Bereich der physischen Untersuchung ist dabei gesetzlich am wenigsten geklärt. In den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses findet sich die Formulierung, dass der Ganzkörperstatus erhoben werden soll. Je nach Arzt gehören hier weiterhin dazu:

  • Untersuchung der Wirbelsäule
  • Ohrenuntersuchung
  • Sehtest
  • Hörtest

Alle weiteren Untersuchungen, das Anfertigen eines EKGs oder das Schallen der Bauchorgane, werden nur bei auffälligen Befundungen in die Wege geleitet. Selbstverständlich können Sie sich bestimmte Untersuchungen einfordern. Diese gehören dann allerdings zu den individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL), die Sie selbst zahlen müssen.

Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, welcher Arzt besonders empfohlen werden kann. Treten Sie selbstbewusst Ihrem Hausarzt entgegen. Wenn Sie wissen, was Sie genau verlangen können, dann wird er oder sie das auch entsprechend durchführen.

Weitere Vorsorge

Sie haben je nach Lebensalter weiteren Anspruch auf Leistungen speziell gegen Krebserkrankungen. Hierbei wird zwischen Vorsorge und Früherkennung unterschieden. Die Früherkennung soll Krebs aufzeigen, wenn die entsprechenden Tumore noch klein sind. Vorsorge soll Krebs gar nicht erst entstehen lassen. Hierbei kommt es darauf an, Krebsrisiken zu erkennen und die Exposition zu vermeiden.

Wann welche Untersuchungen für Sie bezahlt werden, ist hier schematisch aufgelistet:

  • Hautkrebsfrüherkennung: Ab 35 Jahren sollte alle zwei Jahre eine Hautinspektion erfolgen.
  • Dickdarmkrebsfrüherkennung I: Ab 50 Jahren sollte einmal jährlich auf Blut im Stuhl getestet werden. (Bei Männern wird dies kombiniert mit der Prostatakrebsfrüherkennung.)
  • Dickdarmkrebsfrüherkennung II: Ab 55 Jahren kann eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie) eingefordert werden. Sie haben das Recht auf eine Wiederholung (nach zehn Jahren) oder einen Test auf Blut im Stuhl (alle zwei Jahre).

Weitere Vorsorgeleistungen sind geschlechtsspezifisch.

Für Frauen gilt:

  • Gebärmutterhalskrebs: Ab 20 Jahren einmal jährlich.
  • Brustkrebs I: Ab 30 Jahren einmal jährlich durch Abtastung.
  • Brustkrebs II: Durchführung von Mammografien ab 50 Jahren bis einschließlich 69 Jahren alle zwei Jahre.

Anspruch der Männer:

  • Prostatakrebs: Ab 45 Jahren einmal jährlich Abtastung der Prostata, Untersuchung der Genitalien und der Lymphknoten in der Leiste.

Nutzen Sie die Chancen, die eine frühzeitige Erkennung von Krankheiten und deren Vermeidung bieten. Lassen Sie den Gutschein lieber nicht verfallen und achten Sie auf Ihre Rechte und Ansprüche. Selbst wenn es kein Popcorn dazu gibt: Es wird sich für Sie lohnen!

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