Obwohl E-Learning als zeitgemäße Methode der Mitarbeiterqualifizierung von immer mehr Unternehmen eingeführt wird, scheitert ihr Erfolg häufig an der mangelnden Anwendung. Zu viele Angestellte sind noch immer skeptisch gegenüber den neuen Lernmethoden und verweigern aus Unsicherheit die Kooperation. Somit wird das immense Potential der elektronischen Lernbegleitungen selten voll ausgenutzt. Im Folgenden zeigen wir Ihnen auf, welche Maßnahmen für eine erfolgreiche Implementierung unerlässlich sind und welche Fehler es zu vermeiden gilt.
Tipp: Wollen Sie die Weiterbildungskosten in Ihrem Unternehmen reduzieren? Dann informieren Sie sich über unsere Online-Weiterbildungsangebote und fordern Sie eine kostenlose Live-Demo an.

Bild: “ Awaiting instruction” von readerwalker. Lizenz: CC BY 2.0

Bild: “ Awaiting instruction” von readerwalker. Lizenz: CC BY 2.0


Was ist E-Learning?

Generell bezeichnet der Begriff E-Learning alle Lernsysteme, die durch elektronische und digitale Medien unterstützt werden. Obwohl es noch keine allgemein anerkannte Definition des Begriffes gibt, lassen sich doch vier Merkmale ausmachen, die allen darunter fallenden Konzepten gemein sind: Interaktivität (meint: Eingriffsmöglichkeiten durch den Benutzer), Multicodalität (meint: abhängig vom Medium codierte Informationen, wie Hyperlinks, Animationen etc.), Multimedialität (meint: Zugang über unterschiedliche Medien, wie Audio, Video, Text etc.) und Multimodalität (meint: Informationsaufnahme über verschiedene Sinne).

In Unternehmen werden E-Leraning-Programme im häufigsten Fall als ergänzende Weiterbildungsmaßnahme genutzt. Der Vorteil: Aufgrund der Interaktivität der Programme können elektronische Lehrgänge einen hohen Lernerfolg erzielen. Sie lassen sich, bei passender Auswahl der Software, in Arbeitsprozesse integrieren, wodurch das gelernte Wissen sofort Anwendung findet. Das Lernen wird orts- und zeitunabhängig steuerbar, wodurch nicht nur auf inhaltlicher, sondern auch auf organisatorischer Ebene die Individualisierung der Weiterbildung weitaus höher ist, als bei klassischen Angeboten. Dies macht das E-Learning für viele Unternehmen attraktiv.

Wie kann die Implementierung von E-Learning aussehen?

Um E-Learning-Systeme erfolgreich in einem Unternehmen zu etablieren, bedarf es einer Reihe begleitender Maßnahmen. Ein bloßes „Zur-Verfügung-Stellen“ wird in den meisten Fällen nicht ausreichen, da hierfür die Vorbehalte gegenüber der relativ jungen Technik bei vielen Mitarbeitern noch zu groß sind. Dabei gehört Akzeptanz zu den wichtigsten Voraussetzungen einer erfolgreichen Implementierung! Lehnen die Kollegen eine Technologie ab, werden sie diese nicht oder nur unzureichend nutzen und der angestrebte Nutzen verpufft.

Wollen Sie also E-Learning in ihrem Unternehmen einführen, wird es unerlässlich sein, einige vorbereitende Maßnahmen zu ergreifen, die im Folgenden erläutert werden:

1. Schritt: Voraussetzungen schaffen

Die eigentliche Zielgruppe, häufig die Mitarbeiter eines Unternehmens, muss auf den Umgang mit elektronischen Lernmitteln eingestimmt werden. Dazu kann das Erlangen von IT-Kenntnissen gehören aber auch die Auseinandersetzung mit dem Medium, um ein selbstgesteuertes Lernen zu ermöglichen.

Ebenso gilt es, die Tutoren und Dozenten für den Umgang mit der neuen Technik fit zu machen. Dazu zählt, neben der Kenntnis des Lernprogrammes selbst, vor allem die Bereitschaft, sich auch auf die erforderlichen Begleitumstände wie die vorrangige Kommunikation über E-Mail und Chat einzulassen.

Auch die Technologiestruktur im Unternehmen muss den neuen Erfordernissen angepasst werden. Darunter fällt das Bereitstellen eines Inter- und Intranetzugangs für alle Mitarbeiter sowie die Ermöglichung eines selbstbestimmten Umgangs mit Lernsoftware. Auch die Klärung möglicher Datenschutzfragen fällt hierunter.

2. Schritt: Bedarfsanalyse

Während kleine Unternehmen nun häufig direkt mit der Umsetzungsplanung beginnen, kann es sich für größere Unternehmen auszahlen, zunächst eine konkrete E-Learning-Strategie zu erarbeiten. Eine solche dient der Formulierung konkreter Visionen und Ziele für den Einsatz der digitalen Lehrformen sowie der Abgleich dieser mit den generellen Unternehmenszielen.

Notwendiger Bestandteil einer solchen E-Learning-Strategie ist immer eine detaillierte Bedarfsanalyse. Sie dient dazu, Weiterbildungsbedürfnisse zu ermitteln und zu verhindern, dass am eigentlichen Bedarf vorbei qualifiziert wird. Wollen Sie eine Bedarfsanalyse in ihrem Unternehmen durchführen, können Sie sich dabei von folgenden Fragen leiten lassen: Aus welchen Gründen hat sich der neue Weiterbildungsbedarf ergeben? Wer ist konkret davon betroffen? Welches Spektrum an Maßnahmen wäre ganz grundsätzlich denkbar und mit welchen Schwierigkeiten ist zu rechnen?

3. Schritt: Formulierung der E-Learning-Strategie

Haben Sie den Bedarf an Weiterbildungsmaßnahmen in Ihrem Unternehmen ermittelt, können Sie dazu übergehen, eine daran angepasste Strategie für die Implementierung und Umsetzung zu entwickeln. Hierfür müssen die übergeordneten Ziele, die konkrete Zielgruppe sowie die Rahmenbedingungen geklärt werden. Auch die Auswahl der Medien gehört hier mit hinein. Diese sollten den zuvor aufgestellten Faktoren angepasst werden, denn eine didaktische Maßnahme ist immer nur so erfolgreich, wie sie auf das ihr zugeordnete Publikum passt!

Ist die Strategie erarbeitet und die Mitarbeiter eingestimmt, können Sie mit der Einführung der ausgewählten Lernprogramme und -medien beginnen. Gehen Sie dabei behutsam vor und stellen Sie sicher, dass gerade in der Anfangsphase alle Mitarbeiter ausreichend begleitet werden. Geben Sie ihnen die Möglichkeit zur Rückmeldung, um Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und zu beheben.

Doch auch eine noch so sorgfältig geplante Implementierung kann schief gehen. Nachfolgend finden Sie einige typische Fehler, die Sie besser vermeiden sollten.

Welche Fehler sind bei der Implementierung zu vermeiden?

            1.) Fehlende Einbindung der Mitarbeiter

Nicht selten werden Unternehmensstrategien von einer ausgewählten Gruppe von Führungskräften formuliert. Dies ist insofern legitim, als dass die Umsetzung der geplanten Maßnahmen letztlich auch vom Management getragen werden muss. Trotzdem kann es, bei mangelnder Transparenz, auf diese Weise leicht zu einem ablehnenden Verhalten der Mitarbeiter führen. Wer sich übergangen fühlt, wird sich eher verschließen, als mitzuziehen. Deshalb ist es wichtig, schon in der frühen Phase ein hierarchie- sowie abteilungsübergreifendes Team zusammen zu stellen, um eine möglichst hohe Identifikation mit der Sache sicherzustellen.

            2.) Sonderstatus

Häufig passiert es, dass E-Learning-Projekte einen Exotenstatus erhalten und abgekoppelt von allen anderen Abläufen im Unternehmen quasi „nebenher“ mitlaufen. Dies ist besonders häufig bei Pilotprojekten der Fall. Deshalb bietet es sich an, stattdessen Realprojekte durchzuführen, die von der gesamten Breite der Organisation getragen werden müssen und so auch eher Akzeptanz im ganzen Unternehmen finden.

            3.) Technologiefragen priorisieren

Da gerade das Einkaufen der benötigten Software den größten Kostenfaktor darstellt, werden in vielen Fällen die Fragen bezüglich der Technologie vorrangig bearbeitet. Dies kann jedoch zu Konflikten führen, wenn der didaktische Bedarf vorab nicht geklärt wurde. Welches Lernsystem für Ihr Unternehmen das richtige ist, werden Sie erst abschätzen können, wenn Sie wissen, welche Voraussetzungen Ihre Mitarbeiter mitbringen und welche Ziele Sie mit der Weiterbildung über E-Learning verfolgen.

Bei allen möglichen Schwierigkeiten bleibt jedoch eines sicher: Das E-Learning ist eine moderne, effiziente und anwenderfreundliche Methode zur Weiterbildung, die sich unter den richtigen

Voraussetzungen hervorragend nutzen lässt. Sind Sie also gründlich in der Erfassung des eigentlichen Bedarfs und der Abstimmung der Lernziele mit der zu verwendenden Software, steht dem Erfolg Ihrer E-Learning Implementierung nichts im Wege!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *