Auf den ersten Blick sehen sie aus wie gewöhnliche Röntgenbilder. Doch Computertomografien können mehr. Schicht für Schicht durchleuchten sie den Körper. Was Mediziner über die technischen Hintergründe wissen müssen, finden Sie hier.

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Mediainfarkt-CCT

Bild: „Frischer Infarkt im Stromgebiet der Arteria cerebri media mit sehr deutlichem „dens media sign“ (allgemeiner „dens artery sign“) oder deutsch „Dichte-Media-Zeichen“, linkes Bild. Rechts der sich nach ca. 7 Stunden schon deutlich demarkierende Infarkt.“ von Hellerhoff. Lizenz: CC BY-SA 3.0


Mehr als Röntgen

Die Technik der Computertomografie (CT) ist eine Erweiterung des gewöhnlichen Röntgens: Strahlen werden durch den Schädel geschickt und auf der anderen Seite registrieren Sensorfelder, wie viel Strahlung vom Körper absorbiert bzw. durchgelassen wurde.

Historische Eckpunkte

1960er: Physiker Allan Cormack entwickelt die Idee und Funktionsweise in der Theorie

1968: Bau des Prototyps durch Elektrotechniker Godfrey Hounsfield

1971: Erstes CT vom Gehirn eines lebenden Menschen

1979: Nobelpreis für Hounsfield und Cormack

Während der Patient beim Röntgen fix auf einem Tisch liegt oder steht, sich je nach Aufnahmerichtung anders positionieren muss, dreht sich die CT-Röhre ganz mobil um den Patienten herum.

Es kann nicht nur komplizierte Brüche darstellen, es lässt sich für Darstellungen des Gehirns, innerer Organe oder der Gefäße nutzen. Die neuesten Entwicklungen verrechnen die Schichtbilder zu einem dreidimensionalen Gesamtbild.

Die Frage bleibt immer, ob Aufwand und Nutzen gerechtfertigt sind. In der folgenden Tabelle finden sich einige Vor- und Nachteile von Röntgen und CT.

Vergleich der Bildgebungsverfahren Röntgen und CT

Vorteil Nachteil
Röntgen
  • preiswert, einfach
  • schnelles Ergebnis
  • in vielen Praxen vor Ort möglich
  • nur eine Richtung,
  • nur eine Durchleuchtung pro Bild
  • eher für orthopädische Anwendungsbereiche
  • Überlagerungen hintereinanderliegender Strukturen
CT
  • computergestützte Bildverarbeitung
  • Bilder isolierter Körperschichten und Organe
  • exaktere Diagnosestellung
  • breitere Anwendungsgebiete
  • teurer
  • zeitlicher Aufwand ist größer
  • höhere Strahlenbelastung
  • langfristige Terminvergabe
  • oft mit Fahrt in med. Zentrum verbunden
  • Ergebnis lässt länger auf sich warten

Kreisförmige Strahlen

Ein CT kann die Röntgenstrahlen nicht nur von einem fixen Punkt schicken. In der Röhre durchleuchtet es nach und nach aus verschiedenen Richtungen kreisförmig das Gehirn auf einer Höhe. Die Strahlenquelle wandert immer um 0,5-1° weiter, bis der fächerförmige Strahlan jeder Stelle ein Bild des Gehirns auf dieser Ebene konstruiert hat.

Aus diesen Einzelbildernberechnen Computer das Gesamtbild einer einzelnen Schicht. Diese Methode, aus mehr als 360 einzelnen Röntgenbildern ein ganzes zu berechnen, führt zu scharfen, kontrastreichen Schnittbildern.

Nun wird der Patient ein kleines Stück höher geschoben, die nächste Schädelschicht wird erfasst.

Ins Innere sehen

Bleibt die Frage, was auf den Bildern zu erkennen ist: Im Großen und Ganzen handelt es sich um Dichten, die wir unterscheiden können. Was schwarz (hypodens) aussieht, hat die Strahlung hindurchgelassen. Die Schädelknochen sind beispielsweise hell (hyperdens), sie haben viel Strahlung absorbiert. Die Liquorräume sind in der Regel dunkel. Ein Hämatom ist ebenfalls hyperdens.

So bleiben dank dem CT viele Operationen erspart, weil man sich von vornherein ein Bild z. B. von Verletzungen des Schädels machen kann. Leider arbeitet das Prinzip mit ionisierender Strahlung. Für viele Untersuchungen ist die Anwendung eines Kontrastmittels unabdingbar, hierbei gilt es insbesondere die Vermeidung einer Kontrastmittel-Nephropathie oder Hyperthyreose bei jodhaltigem Kontrastmittel zu vermeiden.

 

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