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Stefan Wensing ist Architekturfotograf mit eigenem Blog und stand uns Rede und Antwort. Tipps zum Fotografieren und wie er dazu kam, erzählt er hier:

Herr Wensing, Sie betreiben mehrere Seiten im Internet, die sich hauptsächlich mit Architekturfotografie beschäftigen. Wie kamen Sie dazu?

Ich fotografiere schon seit meiner Jugendzeit, begonnen habe ich ganz klassisch mit der analogen Schwarzweißfotografie. Schon damals begeisterten mich Kontraste, Linienführung und Tiefenwirkung.

Ich begann mich stärker für die Fotografie zu interessieren und besuchte irgendwann eine Ausstellung von Walker Evans. Evans ist ein bekannter amerikanischer Fotograf der in den 40er Jahren des vorherigen Jahrhunderts das Leben der Landarbeiter in den USA porträtiert hat. Neben eindrucksvollen Porträts hat Evans aber auch viele Gebäude der damaligen Zeit dokumentiert. Er hat dabei eine sehr klare direkte Bildsprache entwickelt, die mich fasziniert hat.

Später begann ich dann damit, mich tiefer mit dem Thema Architekturfotografie zu beschäftigen.

Was begeistert Sie am meisten an der Architekturfotografie?

Für mich ist es immer wieder eine Herausforderung Gebäude so darzustellen, wie der Betrachter sie normalerweise nicht sieht. Meine Fotos stellen oft normale Zweckbauten dar, die in ihrer Umgebung nicht großartig auffallen. Umso spannender ist es dann einen Blickwinkel zu finden, der das Gebäude aus der Umgebung herauslöst und möglichst wenig störende Elemente (parkende Autos, Verkehrsschilder, Mülltonnen u.s.w.) beinhaltet.

Ich arbeite gerne Strukturen, Linien und Spiegelungen heraus und für die Arbeit nehme ich mir ausreichend Zeit.

Im Gegensatz zur Studiofotografie muss ich als Architekturfotograf mit den vorhandenen Lichtverhältnissen klar kommen

Licht und Schatten sind wichtige bildgestaltende Komponenten, die Fassaden modellieren. Oft hat man aber auch mit sehr starken Kontrasten zu kämpfen, die fotografisch nur sehr schwer in den Griff zu bekommen sind, auch Gegenlicht führt selten zu guten Ergebnissen.

Eine gute Planung ist wichtig, insbesondere die Ausrichtung des Gebäudes und der Sonneneinfall sollte im Vorfeld gecheckt werden. Dabei hilft z.B. http://www.suncalc.net

Können Sie kurz etwas zu Ihrem beruflichen Werdegang sagen?

Im Hauptberuf bin ich im IT Bereich tätig, die Fotografie betreibe ich im Nebengewerbe.

Wie kann man perfektes Fotografieren lernen? Tipps vom Profi:

Zunächst einmal ist es wichtig, dass man die Technik beherrscht , und speziell für Architektur ist es wichtig, dass man über gute Weitwinkelobjektive verfügt. Optimal sind Shift Objektive, mit denen man schon bei der Aufnahme stürzende Linien korrigieren kann.

Daneben ist es wichtig Fotos anderer Fotografen zu studieren und sich immer wieder fragen: Warum spricht mich gerade dieses Bild an? Ist es die besondere Perspektive ? Ist es das Licht ? Überlegen Sie, wie es entstanden sein könnte. Ausstellungen, Bücher, Internet…. es gibt viele Quellen für gute Fotografie.

Achten Sie beim Fotografieren auf das Licht und den Sonnenstand. Das Licht kann sich innerhalb von Sekunden ändern und man hat völlig andere Verhältnisse. Achten Sie auf Schatten und Spiegelungen.

Von dem berühmten Fotografen Andreas Feininger gibt es ein bekanntes Zitat: „Auf den meisten Fotos ist zuviel drauf“. Gerade bei Architekturaufnahmen ist weniger mehr, achten Sie insbesondere auf störendes Beiwerk. Oft reicht es schon aus, den Standort nur ein wenig zu variieren und schon verschwinden z.B. störende Autos aus dem Sichtfeld. Sollte das nicht möglich sein, bleibt nur noch Photoshop.

Arbeiten Sie sorgfältig, vermeiden Sie stürzende Linien und lassen Sie sich bei der Aufnahme Zeit. Eine kleine Blende sorgt für die nötige Tiefenschärfe und ein Shift Objektiv hilft stürzende Linien zu verhindern.

Benutzen Sie ein Stativ und nehmen Sie sich Zeit für die Bildkomposition. Manchmal muss man ein Gebäude auch mehrfach aufsuchen, weil einfach die Lichtverhältnisse nicht passen.

Zum Schluss kommt noch die Bildbearbeitung, die ebenfalls sehr wichtig ist. Ich beginne zunächst mit der Ausrichtung des Bildes und der Beseitigung von evtl. noch vorhandenen stürzenden Linien. Danach werden Schatten aufgehellt, Details herausgearbeitet und überflüssiges entfernt. Anschließend ist dann noch eine farbliche Überarbeitung erforderlich. Ich arbeite hier mit Lightroom und Photoshop.

In der Fotografie lernt man nie aus, aber gerade das ist auch die Herausforderung !

Architekturfotografie: http://www.urban-landscapes.de

Landschaft, Streetfotografie und Architektur: http://www.fehlbelichtet.de

Vielen Dank für das Interview!

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